Permakultur-Magazin: Extensive Energiepflanzen in der Permakultur

(Auszug aus dem aktuellen Permakultur-Magazin Nr. 50, Mai bis September 2013, www.permakultur.net)

Extensive Energiepflanzen in der Permakultur

Der Begriff „Energiepflanzen“ ist in alternativ-landwirtschaftlichen Bereichen heutzutage ja schon fast ein Schimpfwort. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, dass es viele „Schubladen“ gibt, in die man Energiepflanzen einordnen kann und das beileibe nicht alle davon schlecht sein müssen.

Extensive Energiepflanze Miscanthus (Elefantengras) als Zukunftshoffnung?

Wie schon in der Überschrift erkennbar geht es in diesem Artikel um sogenannte „Extensive Energie pflanzen“. Der Begriff Energiepflanzen ist ja sehr breitgefächert: grob gesagt alle Pflanzen, die einer energetischen Nutzung zugeführt werden, sei es als Heizmaterial, als alternativer Treibstoff oder auch als Substratbasis für Biogas. Die Kritik an Palmölplantagen, die demzufolge ja auch in diese Kategorie fallen, ist ja zweifelsfrei gerechtfertigt. Auch riesige Anpflanzungen von Eukalyptus und Kiefer, wie sie vor allem auf der Südhalbkugel verbreitet sind und auch die zunehmenden Mais-Monokulturen in unseren Breiten sind sicherlich kritisch zu hinterfragen.

Energiewälder, vorwiegend aus Pappel, Weide und Robinie, wie sie in Europa derzeit noch in kleinem Umfang gepflanzt (wenige Zehntausend Hektar) werden oder Energiegräser wie Miscanthus (Elefantengras) und die Sidastaude können auch als so was wie die „alternativen Energiepflanzen“ betrachtet werden. Sie haben gemein, dass sie allesamt sehr
pflegeextensiv in Anzucht und Kultur sind, relativ geringe Ansprüche an Boden und Klima stellen und durchaus auch Rückzugsgebiete für viele Tierarten bilden.

Pferdefüße von Extensiven Energiepflanzen

Natürlich kann man es auch bei diesen extensiven oder alternativen Energiepflanzen zu gut meinen bzw. gewichtige Fehler begehen: Große Flächen mit einer Sorte/Art/Gattung zu bepflanzen, nicht auf die Region abgestimmte Pflanzen oder der Versuch mit „herkömmlichen“ landwirtschaftlichen Methoden (Pestizide, Mineraldüngung) ein Maximum herauszuholen sind einige Pferdefüße dabei. Auch (Grund-)Nachbarschaften sind ebenso zu berücksichtigen wie die Beeinflussung des Landschaftsbildes. Doch lässt man sich hier ausführlich beraten, findet heraus welche Pflanzen für den eigenen Standort die passendsten sind und beginnt mit kleineren Probeflächen, dann können oben genannte Fehler im
Vorhinein minimiert oder im besten Fall auch ausgeschlossen werden.

Energiepflanzen & Permakultur

Die Frage wie sich diese extensiven Energiepflanzen und die Permakultur, die ich persönlich beide zu meinen Leidenschaften zähle, am besten verbinden lassen, stelle ich mir schon sehr lange. Möglicherweise wegen des mittlerweile recht schlechten Rufes von Energiepflanzen kommen auch von sich aus permakulturell wirtschaftende Landwirte und Grundbesitzer kaum aktiv auf mich zu um sich damit näher auseinanderzusetzen. Biobetriebe und Querdenker, Selbstversorger und weniger „klassische“ Landwirte pflanzen sehr wohl diese Pflanzen zur Biomassegewinnung an, aber im permakulturellen Sinne, etwa in Verknüpfung mit anderen Pflanz- und Nutzungsformen, hab ich bis jetzt noch kein Projekt begleiten dürfen.
Daher auch meine Fragen an euch, die ihr euch auch schon kürzer oder länger, mehr oder weniger intensiv mit dem Thema Permakultur auseinandergesetzt habt: Welche Ideen habt ihr, wie man oben im groben beschriebene Pflanzungen in Form eines Mehrfachnutzens in ein Permakulturprojekt integrieren könnte? Mögliche Stichworte von mir für Energiepflanzen in Kombination mit: Waldgarten, Bienenweide, Hühner/Schweinehaltung, Gartengestaltung (z.B. Weidenbauten), Ackerbau, Wind/Erosionsschutz, Unabhängigmachen von fossilen Brennstoffen…

Es tut mir Leid, wenn ich euch in diesem Artikel keine fertige Lösung für diese Kombination liefern kann (und vielleicht auch nicht will). Ich würde persönlich sehr gerne meine Beratungsleistung und möglicherweise auch Pflanzmaterial kostenlos anbieten um auf diesem Feld, das es meiner Meinung noch viel ausführlicher zu beackern gibt, weiterzukommen!

Reinhard Sperr

Zur Person:

Vielseitiger Gärtnermeister u.a. mit Permakulturausbildung betreibt einen kleinen Gartengestaltungs- und Pflegebetrieb im oberösterreichischen Mondseeland (Der Service Gärtner) und befasst sich seit 2005 auch aktiv mit dem Thema Extensive Energiepflanzen. Kunden aus ganz Europa vertrauen auf sein Know-how in diesem Bereich, allein 2012 pflanzte er über 60 Hektar von diesen Pflanzen aus.

Kontakt:

Reinhard Sperr, Oberhofen am Irrsee, 0664/53 25 487
info@energiepflanzen.com
www.energiepflanzen.com

 

 

Energiewald mit Pappel

www.permakultur.net
Permakultur-Magazin Nr. 50, Mai bis September 2013


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>