Miscanthus giganteus – eine der wohl spannensten Energiegraeser unserer Zeit, und das bei minimalen Input und enormer Ertragsleistung. Nachfolgend wollen wir Ihnen alle Informationen ueber dieses “Jumbogras” bieten, die Sie fuer Ihre erfolgreiche Miscanthus-Pflanzung brauchen.
Gern koennen Sie uns aber auch darueber hinaus Ihre persoenlichen Fragen per Email an info@energiepflanzen.com zukommen lassen oder Sie rufen einfach kurz an. Selbstverstaendlich laden wir Sie auch sehr gerne ein unsere eigenen Elefantengras-Felder gegen Voranmeldung zu besuchen!
Boden und Klima fuer Chinaschilf
Für den Anbau von Elefantengras eignen sich humose Lehmböden mit guter Wasserversorgung am besten. Ungeeignet sind sehr schwere Böden und solche, die zu Verdichtung neigen. Der Boden soll feucht, jedoch bis ca. 1 m Tiefe nicht staunass sein (pH-Wert 5−8). Wurzelunkräuter sollten keine dominierende Rolle spielen. Der Anbau von Miscanthus/Chinaschilf in (Körner-)Maislagen mit einer Bodenwertzahl ab 60 führt zu hervorragenden Erträgen, aber auch schwächere Böden bringen noch zufriedenstellende Ergebnisse.
Die Wüchsigkeit von Miscanthus-Pflanzen ist neben der Bodenbonität im hohen Ausmaß von der Niederschlagsmenge und -verteilung bis etwa Mitte September abhängig. Eine Niederschlagsmenge von 700 bis 900 mm bei guter Verteilung während der Vegetationsperiode gilt als ideal. Bei weniger Niederschlag können die Erträge abnehmen, wobei als Minimum etwa 500 mm gelten. Nach einer längeren Trockenperiode kommt es zu einem Wachstumsstillstand mit teilweisem Blätterabfall. Das Wachstum wird fortgesetzt, wenn Niederschläge oder Bewässerung folgen.
Die Jahresdurchschnittstemperatur soll 7° C überschreiten, besser sind 8,5° C. Sommertrockene Lagen sind nicht empfehlenswert. Auch der Anbau in Lagen über 700 bis 800 m Seehöhe ist problematisch, dasselbe gilt für sehr schneereiche Gebiete. Niedrige Temperaturen wirken sich auf das Jugendwachstum negativ aus.
Nordhänge, kältestauende Tallagen sowie Standorte, die zu Spätfrost neigen, sind für einen Anbau ungeeignet. Die Blätter der jungen Sprosse sterben bei Temperaturen unter −5° C ab, treiben aber anschließend meist wieder durch. Für eine gute Überwinterung der Rhizome ist in Gebieten mit sehr tiefen Temperaturen eine geschlossene Schneedecke von Vorteil.
Vorbereitung zur Pflanzung von Miscanthus/Elefantengras
Zur Vorbereitung der Anpflanzung sollte der Acker im Herbst mind. 20 cm tief gepflügt werden. Es ist darauf zu achten, keine großen organischen Massen aus der Vorkultur einzuarbeiten, denn der frei werdende Stickstoff verzögert die Abreife im Herbst. Einjährige Miscanthuspflanzen fangen im Herbst sehr spät mit der Einlagerung von Nährstoffen in die Rhizome an und somit kann die Frostresistenz bei zu starkem Wachstum, vorlalem im Herbst, nicht mehr ausreichend gesichert werden.
Pflanzmaterial: Miscanthus-Rhizome
Miscanthus/Elefantengras-Pflanzung
Die Rhizome sind sehr empfindlich auf Austrocknung daher sollten diese möglichst bald nach dem Auspacken gepflanzt werden (Pflanzzeit: Mitte April bis spätenstens Mitte Mai). Die optimale Bodentemperatur für die Pflanzung beträgt 10° C. Bei zu frühen Pflanzterminen besteht die Gefahr von Spätfrösten, bei zu späten von Frühjahrstrockenheit bzw. Hitze. Die Pflanzweite beträgt 1 x 1 m = 10.000 Pflanzen/ha.
Im Hinblick auf die Ernte ist es empfehlenswert die Flächen möglichst rechteckig zu gestalten und darauf zu achten, dass diese mit schweren Erntemaschinen gut zu erreichen sind. Ungünstige Lagen sind schwer zu ernten und daher deutlich kostenintensiver in den Maschinenkosten. Ab ca. 2 Hektar reduzieren sich die Erntekosten erheblich.
Die Rhizome werden auf eine Tiefe von ca. 4 cm bei leichten Böden und ca. 8 cm bei schweren gelegt. Die rentabelste Pflanzung erfolgt mit einer alten umgebauten Kartoffelsetzmaschine. Dabei wird der Abwurfschacht durch ein Polocalrohr mit ca. 15−20 cm Durchmesser ersetzt. Für ein erfolgreiches Anwachsen ist ein optimaler Bodenschluss notwendig, daher sind die Druckrollen an der Setzmaschine wichtig. Zusätzlich sollte die Fläche gewalzt und gegebenenfalls eingewässert werden.
Pflege und Pflanzenschutz von Miscanthus/Chinagras
Im ersten Jahr ist eine Unkrautbekämpfung neben der Rhizomqualität und -frische mit der entscheidende Faktor für den Erfolg der Pflanzung. Nachdem zweiten Jahr kann eine Teilernte mit etwa 30 % des Vollertrages eingefahren werden. Im dritten Jahr erfolgt die erste Vollernte und eine geringe zusätzliche Düngung ist ab diesem Zeitpunkt möglich.
Zur Bekämpfung von Unkräutern sind „Callisto“ und „Harmony“ (Maismittel) zugelassen. Alternativ zum Einsatz von Spritzmitteln haben sich auch Hacken und vorsichtiges Striegeln bewährt. Bei einer mechanischen Unkrautbekämpfung im Auspflanzjahr ist ein meist dreimaliges Hacken zwischen den Pflanzreihen nötig.
Der Befall mit Krankheiten und Schädlingen ist gering bzw. noch wenig bekannt, bei Staulagen oder geschwächtem Bestand jedoch möglich.
Duengung Miscanthus/Elefantengras
Da ab Mitte September der Großteil der aufgenommenen Nährstoffe und gebildeten Assimilate in die Rhizome rückverlagert wird, fällt eine eventuelle Düngung nur gering aus. Die abfallenden Blätter bleiben als Mulchauflage auf dem Feld. Durch die fehlende Samen- und Fruchtbildung ist der Nährstoffbedarf wesentlich geringer als bei vergleichbaren Ackerkulturen.
Eine Stickstoff-Düngung ist frühestens ab dem 2. Standjahr empfehlenswert, die Kultur laesst sich aber ohne jede Duengung realisieren. Auf guten Standorten ist diese erst ab dem 8./9. Jahr sinnvoll. Generell gilt es den Dünger unmittelbar nach der Ernte (April/Mai) auszubringen. Hierzu ist das Befahren des Feldes mit Düngerstreuer möglich.
Düngearten:
• Kalium: Eine flächige Rückführung der Asche nach den ersten Jahren moeglich und empfehlenswert
• Gülle: Grundsätzlich wird von einer Gülleausbringung abgeraten, wenn unbedingt gewünscht, dann nur in sehr geringen Mengen.
• N-Düngung: Diese Düngung wirkt bereits in geringfügiger Menge ertragswirksam. Meist kann mit nur 60 kg N/ha das Ertragspotenzial ausgeschöpft werden (mineralische Düngung), maximal jedoch 100 kg N/ha/a.

Miscanthus Feld
Nutzungsdauer von Miscanthus
Kulturdauer: ca. 25 Jahre
Etablierung: 1−2 Vegetationsperioden Hauptnutzungsphase: 20−25 Vegetationsperioden Nachnutzungsphase: 5−10 Vegetationsperioden
Im dritten Jahr sind die Bestände rund 3 m hoch und es wird erstmals die volle Ertragsleistung erzielt. Das Ertragsmaximum wird im 6. und 7. Jahr erreicht, ab dann kann der Ertrag auf einem konstanten Niveau gehalten werden.
Chinagras-Lagerung (Umfallen/Knicken)
Dies passiert, wenn frühzeitig Schnee fällt, d.h. wenn die Blätter noch nicht abgefallen sind. Bei noch jungen Beständen können sich die Stängel nach dem Tauwetter wieder aufrichten, bei älteren brechen sie ca. 40−50 cm über dem Boden ab. In stark lagernden Beständen können Blätter nicht abfallen.
Beim Häckseln entwickelt sich eine beträchtliche Menge an Staub und die Hackgutqualität (erhöhter Siliziumanteil!) ist entsprechend schlechter (Abreifeverhalten). Eine Lagerung verringert auch die Fahrgeschwindigkeit des Häckslers, was zu leicht steigenden Erntekosten führt.
Abreifeverhalten von Elefantengras
Ab Ende September Verlagerung von Reservestoffen ins Rhizomsystem, besonders September, Oktober. Deshalb kann auch eine Herberpflanzung nicht mit gutem Gewissen empfohlen werden, da die Miscanthus-Pflanzen in aller Regel erst im Dezember voellig abgereift sind.
Miscanthus-Erträge
Die Erträge werden sehr stark von der Bodenqualität, Wasserversorgung und Temperatur des Standortes beeinflusst.
Trockenmasseerträge (TM-Erträge/Atrotonnen*):
• 4.000−7.000 kg/ha im 2. Jahr
• 12.000−20.000 kg/ha ab dem 3. Jahr
Bei einem Wassergehalt von 14 % kann mit einer durchschnittlichen Erntemenge von 19.000 kg/ha gerechnet werden (Körnermaislagen).
* 1 Atrotonne entspricht 10−12 m³ Häckselmaterial (Lagerkapazität!).
Ernte von Elefantengras/Miscanthus
Termin und Technik werden von der Nutzung bzw. Verwertung des Ernte-guts bestimmt! Als Zeitpunkt für die Ernte hat sich der Zeitraum von November bis Anfang Mai durchgesetzt, ideal ist meist April. Eine Woche Sonnenschein vor der Ernte ist dabei vorteilhaft. Der Wassergehalt sollte möglichst niedrig sein (10−20 %), da bei einer höheren Feuchte (>20 %) mit Erhitzung und Schimmelbildung im Häckselgut zu rechnen ist.
Das Häckselgut ist in der Regel gut lagerfähig. Voraussetzung für eine entsprechende Qualität des Häcksels ist die Erntetechnik und die Verwendung hochwertiger Messer. Darüber hinaus ist entscheidend, dass ausreichend Material zum Einzug vorhanden ist − empfohlen wird eine Schnitthöhe von 10 bis 15 cm. Die Häcksellänge sollte 2−3 cm betragen, wobei lagernde Bestände quer zur Lagerrichtung gehäckselt werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Pressung zu Großballen, welche Großfeuerungsanlagen auch als Ganzes verheizen können. Wir konnten auch schon erfolgreiche Versuche mit Siloballenpressungen durchführen.
Bestandsauflösung von Miscanthus/Elefantengrasfeldern
Die Bearbeitung sollte möglichst unmittelbar nach der letzten Ernte mit einem Tiefgrubber erfolgen. Anschließend werden die Rhizome gefräst, sodass die Pflanzen durch Austrocknung absterben. Austreibende Rhizomstücke werden bei einer Stängellänge von 20 bis 40 cm mit Round-up abgespritzt. Nachzügler müssen punktuell behandelt werden (2. bis 4. Jahr). Um einen entsprechenden Konkurrenzdruck zu erzeugen, sollte eine stickstoffzehrende Zwischenfrucht mit kräftiger oberirdischer Massebildung angebaut werden. Mit der ersten regulären Folgekultur kann dann im Herbst gerechnet werden.
Verwertung von Miscanthus
Die Vielfaeltigkeit von Elefantengras spiegelt sich natuerlich auch und vorallem in den schier unendlichen Moeglichkeiten der Verwertung von Miscanthus. Jeder Gartenbesitzer kennt Rindenmulch. Manche lieben ihn, manche koennen ihn foermlich nicht riechen. Hier ist Miscanthus ein guenstiger, heimischer und nochdazu sehr huebscher Ersatz zum herkoemmlichen Rindenmulch. Dieser Mulch ist aeusserst bestaendig und man benoetigt auch im Vergleich zu Rindenmulch eine geringere Auflage. Weiters findet das Haechselgut von Miscanthus auch als Daemmstoff bzw. Beimischung zu Baustoffen Verwendung (in der Schweiz gibts dazu einige gute Beispiele), als Formteile in der (Auto-)Industrie oder auch in der Gaertnerei.
Der aber derzeit mit Abstand groesste Teil von Miscanthus wird derzeit sicherlich verheizt. Ob lose, als Miscanthus-Pellet oder Miscanthus-Brickett, das Elefantengras wird mehr und mehr als Holzersatz direkt vom Acker wahrgenommen. Hohe Siliziumwerte und Chlor, dass herkoemmlichen Oefen neben der Neigung zur Verschlackung in der Vergangenheit oft Probleme bereitet hat, wird mehr und mehr ausgeraeumt bzw. von den Ofenbauern technisch immer besser geloest. Als Beimischung von 30-50 % hat es auch schon in der Vergangenheit recht gut funktioniert, Oefen fuer die reine Verheizung bieten (lt. diesen Herstellern) etwas die Firmen Hargassner, Heizomat, Froehling, ETA, Biokompakt oder Guntamatik an.
Eine weitere hervorragende Verwendungsmoeglichkeit von Miscanthus stellt die Verwendung als Pferde- oder Kleintiereinstreu dar. Eine geringe Beimengung von Oel vermindert die anfangs oft beklagte Staubentwicklung. Das Miscanthus-Stroh ist saugfaehiger als normales Stroh und kann auch, was vermutlich der groesste Vorteil ist, nach der Verwendung wieder als Duenger am Feld ausgebracht werden.
Im anschliessenden Film zeigen wir Ihnen zwei “Best-Practice-Beispiele” aus Oberoesterreich fuer die Verwertung von Miscanthus:
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Quelle: Eigene Erfahrungen, Seminare u. Vorträge sowie LKOE
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