Detaillierte Informationen zu Energieholz und Energiewald als Kurzumtriebsplantage

Energiewald Pappelsteckling

Energiewald Pappelsteckling

 Charakteristik von KUP  (KurzUmtriebsPlantagen)

 In der ersten Lebensphase wachsen die Pflanzen überdurchschnittlich schnell. In kurzer Zeit wird viel Masse in vergleichsweise geringerer Dichte (Gewicht pro Volumen) produziert. Verwendet werden spezielle Baumzüchtungen (Klone), vorwiegend von Pappeln, Weiden und Robinien (Akazien). Laubbäume werden in regelmäßigen Zeitabständen „auf Stock gesetzt“ d.h. bodeneben zurückgeschnitten. Das Erntematerial wird genutzt. Der Stock treibt erneut aus, bildet wieder rasch Masse und nach ein paar Jahren der „Umtriebszeit“ (2−10 Jahre) ist eine erneute Ernte möglich.

Die Vorteile dabei sind folgende: Sie sparen sich die Wiederbegrünungs-kosten und der Ertrag ist gegenüber herkömmlichem Wald 2- bis 4-mal ertragreicher. Die Triebkraft nimmt häufig nach dem ersten Umtrieb zu. Nach 25 bis 30 Jahren sinkt die Ertragsleistung und eine Rodung (mit Bodenfräse) sowie Neupflanzung bzw. anderweitige Nutzung werden empfohlen.

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Erfolgsfaktoren von Energiepflanzen

Sind in Stichworten der Standort, eine gute Klonwahl bezogen auf Klima und Boden, die Pflege im Pflanzjahr, der Pflanzverband, die Qualität der Stecklinge, die Wasserverfügbarkeit (vorallem waehrend der Vegetationszeit, Bodenqualität, Jahresdurchschnittstemperatur, Verunkrautung, Krankheiten sowie Wildschaeden.

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Vermarktung Hackgut

Eigenbedarf (Unabhaengigkeit, Eigenversorgung) oder Belieferung von Hackschnitzelabnehmern (z.B. Nahwärmenetze), Platten- und Papier-Industrie. Mehr und mehr Landwirte entschließen sich dazu weg vom reinen Hackgut-Lieferanten hin zum Waermeanbieter zu agieren. Der Biomasseverband Oberoesterreich etwa unterstuetzt Menschen mit Rat und Tat, die solche Nahwaermenetze bauen und betreiben wollen

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Rechtliche Kriterien (gültig für Österreich) für Energiewälder

Die Abstände zu Nachbargrundstücken sind zu berücksichtigen. Die Mindestabstände sind in Landesgesetzen festgelegt. Als Wendekreis werden mindestens 3 bis maximal 10 Meter empfohlen.

Die Kurzumtriebswirtschaft ist rechtzeitig (bis 10 Jahre nach Anlage) bei der Gemeinde oder Bezirksbehörde zu melden und gemäß §1(5) des Forstgesetzes zu ernten. Kurzumtriebsflächen gelten als landwirtschaftliche Flächen, vorausgesetzt die Kultur wurde nicht auf Waldboden angelegt und wird binnen 10 Jahren nach der Anlage bei der BH als solche gemeldet.  Der Energiewald ist spätestens nach 30 Jahren das erste Mal zu ernten, ansonsten gilt die Fläche als Wald.

Bitte prüfen Sie unbedingt vor der Bestellung die jeweiligen Landesgesetze!

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Pflanzenbauliche Kriterien von Kurzumtriebsflächen

Pappeln und Weiden sind wasserliebend. Das Wachstum der Pflanzen hängt daher von der Niederschlagsmenge (mind. 300−400 mm während der Vegetationsperiode), der Wasserhaltekapazität des Bodens und der Verfügbarkeit von Grundwasser ab. Der Humus- oder Nährstoffgehalt sind erst in zweiter Linie wichtig. Geeignete Flächen sind insbesondere Stilllegungsflächen, Ackerflächen und landwirtschaftliche Grenzertragsböden. Milde Lehme mit frischem  Wasserhaushalt sind vorteilhaft.

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Gattungen, Klone und Sorten für Energiewald

Robinien

Als Klon wird die Gesamtheit der Pflanzen, die dasselbe genetische Material aufweisen, bezeichnet. Die Klonung erfolgt durch vegetative Vermehrung,  d.h. die Verwendung von Triebabschnitten des Mutterbaums.

In Mitteleuropa kommen vorwiegend Pappel und Weide in Betracht − die Weide vor allem für wasserreiche Böden und kühlere bzw. Höhenlagen. Sie ist allerdings stärker wildverbissgefährdet.

Achtung: Es sollen keine Großflächen mit einem einzigen Klon bebaut werden! Stattdessen ist eine dem Standort angepasste Vielfalt in der Klonwahl zu bevorzugen, bzw. natürliches Material aus der Region, das züchterisch weiterentwickelt wurde. Weiden eignen sich eher für kurze Umtriebe von 2 bis 5 Jahren und bieten eine Ertragsleistung von 7 bis 15 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr. Die Robinie (Akazie) hat einen höheren Heizwert, erntefrisch nur ca. 35 % Wasser (Pappel und Weide ca. 55 %), gute Entzündbarkeit und gedeiht selbst auf trockenen, sandigen und heißen Standorten noch recht gut. Keine Großflächenlösungen mit einem einzigen Klon!
Eine dem Standort angepasste Vielfalt in der Klonwahl ist zu bevorzugen, bzw. natürliches Material aus der Region, das züchterisch weiterentwickelt wurde;
Weiden nahezu 100%ige Anwuchs- und Regenerationserfolge; Umtriebszeiten von max. 4 Jahren; hoher Verbiss druck durch Rehwild; Ertragsleistung ab ca. 8t/ha/a;
Robinie: hoher Heizwert; gute Entzündbarkeit; geringe Bodenansprüche, trockenheitsverträglicher;

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Energieholz-Bodenvorbereitung

Energiewald im zweiten Standjahr

Energiewald im zweiten Standjahr

Ackerfläche im Herbst 25-30cm Pflügen, im Fruehjahr dann unmittelbar vor der Pflanzung Eggen. Der Zeitpunkt richtet sich nach der Vorkultur und der Bodenbeschaffenheit; bindige Böden – Herbst- bzw. Winterfurche (Frostgare), leichte Böden koennen auch unmittelbar vor der Pflanzung umgebrochen werden.

Grünland: Bodenumbruch unumgänglich (Ausnahme: Pflanzung von Ruten, bewurzelten Pflanzen); Umbruch auf ca. 30cm Tiefe mit anschließendem Fräsen unmittelbar vor der Kulturanlage genügt in der Regel;
Herbizide: An Standorten mit erfahrungsgemäß starkem Auftreten von Beikräutern können Vorlaufherbizide unmittelbar vor oder kurz nach der Pflanzung und/oder bereits im Herbst Totalherbizide den gewünschten Effekt erreichen
Untersaat: gesät vor der Pflanzung der Stecklinge kann Begleitwuchs unterdruecken und somit Kulturmaßnahmen reduzieren. Versuche mit Getreide und Leguminosen-Untersaat kann als Frucht oder Mulch genutzt werden (wirken meist leicht wuchshemmend -> Wasser- und Naehrstoff-Konkurrenz).

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Pappel/Weidenstecklinge-Pflanzung

Der Anbau von Energiehölzern wie Pappel, Weide und Robinie erfolgt im Frühling von Mitte März bis spätestens Mitte Mai (Hochlagen). Die ca. 20 cm großen Stecklinge, 1 bis 2 m großen Ruten oder einjährig bewurzelten Stecklinge mit einer Größe von 1 bis 2 m werden 20 bis maximal 50 cm in den Boden gesteckt bzw. gepflanzt und gut angedrückt. Dabei ist zu beachten, den Pflanzverband einreihig mit 1.500 bis 8.000 Stück oder doppelreihig (40 bis 80 Stück in einer Reihe) anzulegen. Dazwischen soll eine Fahrgasse mit 2,5 bis 3 m (ca. 13.000 Stück/ha) freigelassen werden.

Die Stecklinge bzw. Ruten stellen keine besonders hohen Ansprüche an Boden und Klima und können (je nach Sorte unterschiedlich) auch in Grenzertragsböden angebaut werden. Höhere Erträge werden jedoch ebenso auf guten Ackerböden erzielt. Der Ackerboden sollte im Herbst umgebrochen bzw. gepflügt und im Frühjahr vor dem Anbau feinkrümelig vorbereitet werden. Der Anbau ist bis zu 0,5 Hektar noch gut händisch möglich, darüber hinaus ist jedoch der Einsatz einer Pflanzmaschine sinnvoll.* Ruten und bewurzelte Pflanzen können auch direkt in Grünland ohne weitere Pflege gepflanzt werden.

* Wir bieten den Anbau mit Pflanzmaschine im Umkreis von ca. 200 bis 300 km als Dienstleistung an.

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Energiewald-Pflege, Pflanzenschutz

Pappel beim Austrieb

Im Pflanzjahr müssen die Stecklinge möglichst unkrautfrei gehalten werden. Eine mechanische oder chemische Bekämpfung wird empfohlen. Ab dem 2. Jahr bis zum Ende der Nutzungsdauer ist kaum mehr eine Bearbeitung notwendig. Eine Beobachtung in Bezug auf Insekten, Krankheiten und Unkrautbefall wird jedoch empfohlen. Bisher ist nur ein kleinräumiges Auftreten von nennenswerten Schädlingen und Krankheiten bekannt.

Für bio- oder ökologisch ausgerichtete Betriebe ist die mechanische Beikrautregulierung die einzig mögliche Kulturmaßnahme. Daher sollte 3- bis 4-mal in den Fahrgassen gefräst und je nach Verunkrautung zwischen den Reihen gehackt werden. Wildschäden können auf kleinen Flächen (bis max. 1 ha) durch Gatterung oder einen Duftzaun vermieden werden. Bei einem Energiewald aus Weiden wird empfohlen eine möglichst große Anlage mit mehreren Klonen anzulegen. Bei dichten Beständen bleibt ein Verbiss auf den Rand des Waldes beschränkt.

Großflächige Ausfälle können durch die Nachpflanzung von Stecklingen oder Ruten ausgeglichen werden. Kleinflächige Ausfälle zu ersetzen lohnt sich nicht, da sich die Nachpflanzung nicht durchsetzen kann.

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Energiepflanzen Düngung

Eine Düngung ist nicht zwingend notwendig, es ist dadurch jedoch eine geringfügige Ertragssteigerung (bis zu 100 kg N/ha) möglich. Vor allem bei der Weide wirkt sich die N-Düngung ertragserhöhend aus. Im Pflanzjahr ist von einer Düngung abzuraten, da dadurch ein schlechtes Abreifen im Herbst verursacht wird. Eine Düngung mit Kompost, Gülle und Asche ist − so vorhanden − sinnvoll.

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Ernte von Energieholz

frisches Hackgut mit ca. 55% Wassergehalt

Die Ernte erfolgt in der Vegetationspause zwischen Dezember und März je nach Pflanzverband und Sorten alle 2 bis 10 Jahre. Weiden und Robinien werden öfter als Pappeln geerntet. Ebenso erfolgt die Ernte bei engeren Verbänden bzw. bei vollmechanischer Ernte öfter als bei weiten Verbänden und extensiven Erntemethoden.

Die Ernte ist mit umgebauten Maishächslern und Einzelanfertigungen vollmechanisch möglich und bei nicht allzu weiten Anfahrten ab Flächen von ca. 3 ha betriebswirtschaftlich sinnvoll. Bei kleinen Flächen wird teilmechanisch mit Motorsäge  bzw. Freischneider und Rückewagen geerntet.

Das Hackgut sollte für den Eigenbedarf bzw. eine Einlagerung und den Privatverkauf auf zumindest unter 30 % heruntergetrocknet werden. Die Lieferung an Heizwerke kann auch erntefrisch erfolgen, je nach Liefervertrag wird aber in der Regel für nasses Erntegut ein Abschlag verrechnet.

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  Energiewald-Erträge

Der Ertrag beträgt pro Hektar und Jahr 7 bis 15 Atrotonnen (absolut trocken = Trockenmasse). Es sind dabei jedoch sehr große Unterschiede aufgrund des Klimas, der Bodenbonitaet sowie der Wasserversorgung und der Sorten möglich. Der Ertrag bei der Pappel kann bei optimalen Bedingungen bis zu 20 Atrotonnen betragen.

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Rekultivierung – Rodung von Kurzumtriebsflächen

Nach Ende der Rotationszeit werden die Stöcke entfernt und die Wurzelstöcke mit einer Forstfräse zerstört (auf ca. 35 cm Bodentiefe). Die Fahrgeschwindigkeit regelt den Zerkleinerungsgrad. Eine weitere landwirtschaftliche Nutzung ist mit den derzeit am Markt befindlichen Fräsen problemlos möglich. Der Boden muss bei den Rückführungsarbeiten bis zur Bearbeitungstiefe trocken sein (Verdichtung!).

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Energiewald-Kosten, Preise Hackgut

Wichtige Punkte fuer den Verkauf von Hackgut aus Energiewäldern:

  • Massenangaben (Tonnen) oder Volumsangben (Schüttraummeter, Festmeter); Trockensubstanz oder Frischemasse; Wassergehalt?
  • Flächenertrag – durchschnittlicher Hektarjahresertrag (niedriger) oder Gesamtertrag in einzelnen Erntejahren (höher)
  • Parität – Wo wird Ware übergeben? frei Feldrand, frei Werk?

Deckungsbeitragsvergleich mit anderen Feldfrüchten: Kurzumtrieb muss wirtschaftliche Option darstellen, die Bandbreiten liegen zwischen 150 und 700€ bei Energieholz (Stand 2012) und zw. -50- +325€ bei Industrieholz;
Für die Wirtschaftlichkeit sind folgende Punkte entscheidend:

  • Trockensubstanzertrag
  • Trockensubstanzpreis
  • Erntekosten
  • Empfohlen Mindestfeldgröße bei Einsatz eines Vollernters ab 3 – 5ha

Gerne helfen wir Ihnen auch bei der Kalkulation Ihrer Energiewald-Flächen!

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Fazit fuer die Pflanzung von Kurzumtriebsplantagen (KUP)

Die Zeiten, in denen Kurzumtriebsflächen als exotische Kulturen mit stark experimentellem Charakter gehandelt wurden, sind definitiv vorbei. Die starken Flächenzuwächse in Österreich und Deutschland, aber auch in Südosteuropa zeigen, dass Energiewälder in der zukünftigen Biomasseversorgung eine nicht unwesentliche Rolle spielen werden. Für den einzelnen Landwirt kann das einerseits Unabhängigkeit durch Eigenversorgung, aber auch ein interessantes Standbein als Holz- oder im besten Fall Wärmeverkäufer bedeuten.

Die zu beachtenden Punkte noch einmal zusammengefasst:

• Standort

• Pflanzabstand, Baumart, Umtriebszeit

• Erntemaschine und -methode

• Gattungs- und Klonauswahl

• Bodenvorbereitung

• Art der Unkrautbekämpfung

• Planung der Erntelogistik

• Verwertung

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Quellenherkunft: Eigenerfahrungen, FHP, LKOE

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