Robinien (Akazien) als Kurzumtriebs-Energiewald

Robinien im Energiewald

Seit einigen Jahren haben wir auch ein Gehölz im Energieholz-Sortiment, das nicht unbedingt als erstes zum Thema Energiewald im Kurzumtrieb genannt wird – die Robinie, auch Akazie (Robinia pseudoacacia) genannt. Pappeln und Weiden geben sicherlich den Ton an bei den meistverwendeten Gattungen, viele Grundbesitzer erkennen aber immer mehr die Vorteile der Robinie, vor allem auf nicht

“perfekten” Böden.

An Standorten mit wenig Humusauflage, geringen Niederschlagmengen oder Sommertrockenheit spielt die Robinie ihr größten Vorteile aus. Wir haben sie auch schon auf vielen Standorten, die den oben beschriebenen Kriterien so gar nicht entsprochen haben, gepflanzt und dort festgestellt, dass die möglichen Standorte nicht auf die eingangs erwähnten “Lieblingsplätze” beschränkt bleiben müssen.

Die Robinie ist ein sehr zäher Baum der durchaus mit widrigen Umständen hervorragend zurecht kommt.

Nachteile der Robinie gegenüber Pappel & Weide

Natürlich gibt es keine Pflanze, die nur Vorzüge aufzuweisen hätte. Hier sind wir auch schon beim Hauptgrund angelangt, warum die Robinie noch nicht in großen Flächen, zumindest nicht in Mitteleuropa angebaut wird: der geringere Ertrag. Erreicht man bei Pappel und Weide von zirka sieben bis 20 Tonnen Trockenmassezuwachs pro Hektar und Jahr, so wird man bei der Robinie eher im Bereicht von fünf bis zwölf Tonnen zu liegen kommen. Doch ist das Erntegut im Verhältnis wesentlich trockener als bei den üblichen Gattungen (ca 35% Wassergehalt) und die Dichte des Holzes wesentlich höher. Für den Hackgut-Verkauf bedeutet das unbedingt eine Abrechnung nach Wassergehalt und im besten Fall nach Kilowattstunden Wärmeerzeugung, weil natürlich aus einem m³ Robinienhackgut wesentlich mehr rauszubringen ist als aus einem m³ Pappel- oder Weidenhackgut.

Ebenfalls als Nachteil wird manches Mal von unerwünschten Ausläufern berichtet, was wir aber bei unserem Robinienklon Nyirsegi bisher kaum feststellen konnten.

Anbei möchte ich Ihnen als “Musterbeispiel” für eine gelungene Robinenpflanzung noch einige Bilder von unserem Bayrischen Kunden, der Familie Glutzberger, aus der Pflanzung von heuer, zeigen. Vielen Dank nochmal auch an dieser Stelle einerseits für die gute Zusammenarbeit und weiters für die Übermittlung der vielen aussagekräftigen Fotos!


4 Responses to Robinien (Akazien) als Kurzumtriebs-Energiewald

  1. Johann Pfusterschmid says:

    Ich habe April 2011 Robinien neben Pappeln gepflanzt.Meiner Einschätzung nach ist kein Unterschied in Wuchsleistung ersichtlich!(Gleiche Boden-u.Klimaverhälnisse)

    • Reinhard Sperr says:

      Hallo Herr Pfusterschmid, vielen Dank für die Info! Leider hab ich den Kommentar erst jetzt gesehen…
      aus meiner Sicht ist das recht unterschiedlich. Wenn die Pappel einen guten, eher “fetten” Boden, genug Wasser und vielleicht noch eine eher hohe Jahresdurschnittstemperatur hat, dann gibt sie schon ordentlich Gas.
      Die Robinie hingegen kommt mit wesentlich schlechteren Bedingungen auch noch ganz gut zurecht. Trockenheit, sandige Böden, heiße Standorte mit wenige Humusauflage usw. können der Robinie wenig anhaben.
      Optisch ist die Pappel meist eher im Vorteil, die Qualität des Robinienholzes (Dichte, Wassergehalt) ist aber bekanntermaßen auch wesentlich besser als Pappelholz.
      Also wir sind mit den Robinien auch recht glücklich und vernehmen auch vermehrtes Interesse an diesem Baum im Verkauf.

      Schöne Grüße,
      Reinhard Sperr

  2. Paul andig says:

    Gibt es ein Konzept um Robinien notfalls wieder vollständig zu entfernen? Immerhin gelten sie ja als invasive Neophyten und bilden ziemlich hartnäckige Wurzelsysteme aus.
    Mit Freundlichen Grüßen,
    Paul Randig

    • Reinhard Sperr says:

      Hallo Herr Randing!
      Forstfräsen zerkleinern die Wurzeln in derart kleine Stücke, dass daraus keine Austriebe mehr erfolgen. In meiner Erfahrung breitet sich unser angebotener Klon Nyirsegi auch nicht über Wurzelausläufer oder Samenflug aus. Wir pflanzen den schon seit sehr vielen Jahren in großen Stückzahlen und hatte noch keine einzige negative Rückmeldung dazu. Könnte mir unter Umständen nur vorstellen, dass sie auf sehr trockenen Standorten sehr tief wurzeln und so für die Fräse schwerer erreichbar sind. Sollte man wider Erwarten tatsächlich ein Problem mit nachträglich auflaufenden Wurzeltrieben haben, so würd ich entweder eine gut deckende, starkzehrende Ackerkultur oder gleich Grünland im Anschluss anbauen. Haben mit diesem System auch bei Miscanthus, der manchmal noch kurz nachtreibt, recht gute Erfolge und kein dauerhaftes Problem.
      Gern können wir uns noch weiter über Email (info@energiepflanzen.com) oder Telefon (https://www.energiepflanzen.com/kontakt/ ) darüber austauschen. Auf diesem Weg bekomm ich leider meist viel zu spät die Info, dass jemand einen Komentar hinterlassen hat.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Reinhard Sperr

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