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Anwuchspflege und Pflanzenschutz (Paulownia)

Dieser Punkt ist wohl neben der Pflanzenqualität und –sicherheit eine der wichtigsten für eine erfolgreiche Paulownia-Pflanzung! Nachfolgend versuchen wir Schritt für Schritt die richtigen Maßnahmen zur passenden Zeit aufzulisten:

Unkrautbekämpfung im Pflanzjahr:

Bei Jungpflanzen überlebenswichtig, aber auch bei überwinterten und zweijährigen Bäumchen sehr wichtig. Der Blauglockenbaum beginnt nämlich eher spät mit dem Austrieb und startet, speziell bei Jungpflanzen, etwas verhalten in die Saison. Wenn das Beikraut dann im Mai schon oftmals kniehoch ist, fängt der Blauglockenbaum erst so richtig zu wachsen an. Bis dahin muss regelmäßig kontrolliert werden, ob die Pflanzen genügend Luft und Sonne haben, damit sie ideal antreiben können. Mechanische Bekämpfungen, wie sie in der Landwirtschaft üblich sind, erweisen sich hier als passable Maßnahmen. Freischneiden mit Trimmer oder Motorsense bergen die Gefahr des Verletzens. Grad in diese Phase ist der Baum sehr empfindlich und eine leichte Beschädigung kann den Austrieb abbrechen.

Diese Maßnahme mehrmals im ersten Sommer wiederholen, bis der Baum nachhaltig aus dem Beikraut herausgewachsen ist. In trockenen Gegenden (unter 500 Liter Jahresniederschlag) ist eine Bewässerung empfehlenswert. Anderswo kann eine punktuelle Bewässerung in der Anwuchsphase bei längerer Trockenheit das Anwachsen erleichtern.

Im zweiten Jahr (April/Mai) schneidet man die Haupttriebe von einjährigen Bäumen bodeneben ab. Und zwar aus dem Grund, weil der Trieb meist nicht gut verholzt ist bzw. manchmal verzweigt oder krumm ist. Dieser Trieb ist durchschnittlich 0,5 bis 1 Meter hoch zu der Zeit.

Bei zweijährigen Bäumen kann diese Maßnahme entfallen, wenn die Paulownien gut über den Winter gekommen sind. In diesem Fall friert nur die Spitze ab und man kann auf den nächsten gesunden Trieb, der zwischen April und Mai austreibt und eine möglichst gerade Fortsetzung verspricht, zurückschneiden. Zweijährige Bäumchen erreichen hier bereits durchschnittlich 1 bis 2,5 Meter. Hat der Baum starke Frostschäden und der Stamm verfärbt sich braun bis hinunter, so muss man ihn ebenfalls noch einmal komplett bodeneben abschneiden.

Einjährig zurückgeschnittene Paulowniabäume sind nun wieder möglichst unkrautfrei zu halten. Jedoch meist nur bis etwas Juni/Juli, weil sie dann schon eine entsprechende Höhe erreichen und dem Beikraut entwachsen. Manche empfehlen die Unkrautbekämpfungen längerfristig, damit möglichst wenig Konkurrenz herrscht, was Wasser und Nährstoffe betrifft. Das ist nicht überlebenswichtig und eher Einstellungssache ob das Feld nun nach wie vor „klinisch“ rein gehalten werden muss oder nicht.

Bei gut überwinterten zweijährigen (nunmehr dreijährigen) Bäumen können ein bis zwei Pflegedurchgänge nicht schade, sind aber ebenso nicht mehr überlebenswichtig. Manche mulchen dann das aufkommende Beikraut, was auch eine gute Möglichkeit darstellt.

Schädlinge und Krankheiten sind derzeit in der Kulturphase noch wenig bekannt. Lediglich Hasen- und Wühlmaußverbiss haben wir schon beobachtet, selten auch Verfegungen von Rehen. Hasen suchen den Blauglockenbaum speziell in den ersten drei Jahren auf, und da auch nur eher in strengen Wintern, wenn das Futter anderswo knapp wird. Wühlmäuse ebenso in den ersten Jahren, meist wächst der Baum aber trotz eines solchen Schadens gut weiter und überlebt die „Angriffe“.

Auf Blättern wurden vereinzelt Braunfärbungen beobachtet, jedoch nicht im bedrohlichen Maße und noch unbekannter Herkunft.

©energiepflanzen.com - Reinhard Sperr (2008 – 2017)