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Arten und Namen (Pauownia)

Paulownia, Blauglockenbaum, Kaiserbaum, Kiribaum

Der ursprünglich aus Ost- bzw. Südostasien stammende, schnellwüchsige Blauglockenbaum fand in den letzten Jahren über Südeuropa auch den Weg nach Deutschland und Österreich. Mit der Verwendung als Parkbaum, für größere Gärten und auch öffentliches Grün (z.B. Linz, Österreich, an der Promenade) wurde Paulownia  in kleinen Stückzahlen auch schon vor Jahrzehnten gepflanzt. Sehr beliebt wegen der wunderschönen blauen Blütentrauben, die dem Blauglockenbaum den Namen geben und dem nicht überbordenden Wuchs von zirka 12-15 Meter.

Verbreitete Arten im Park- und Großgärtenbereich sind:

  •  Paulownia tomentosa
    •    Paulownia elongata
    •    Palownia fortunei
    •    und Zierformen bzw. Züchtungen dieser Arten

Der Kaiserbaum oder Kiribau, wie die Paulownia auch noch genannt wird, weist ein besonders schnelles Jugendwachstum auf. Das erweist sich gleichermaßen als Vor- wie als Nachteil.

Der schnelle Zuwachs macht ihn einerseits als Biomassepflanze interessant (hohe Trockenmasse-Leistung), noch mehr aber auch als Wertholz-Baum. Damit man aber verkaufsfähiges Wertholz ernten kann, ist eine Reihe von Punkten zu beachten, die später noch genauer beschrieben werden.

Paulownia wird entweder als wurzelnackter, ein bis zweijähriger Baum (vergleichbar mit anderen Forstbäumen), oder, was noch mehr verbreitet ist, als mehrmonatige bis zweijährige Jungpflanze im Topfballen gepflanzt. Dabei pflanzt man aus Kostengründen größere Flächen eher mit kleineren Jungpflanzen, kleine bis mittelgroße (Versuchs-) Pflanzungen sind eher mit zumindest mittelgroßen ein- oder zweijährigen Paulowniabäumen empfehlenswert.

Der Zuwachs bei Jungpflanzen (nur ca. 6 Monate alt) ist im ersten Jahr eher vernachlässigbar (20-70 cm)  und muss zudem zumindest noch einmal vollständig im nächsten Winter bodeneben zurückgeschnitten werden. Nach der Etablierungs- und Anwuchsphase, die je nach Pflanzgröße ein bis zwei Jahre dauert, wächst der Baum je nach Standort ein bis zwei Meter pro Jahr zu, friert aber regelmäßig an der Spitze im Winter ab. Ein Rückschnitt bis ins gesunde Holz (erster grüner Trieb) ist anschließend nötig.

Je nachdem, ob man sich für die Nutzung als Biomassepflanze (z.B. Hackgut oder Stückgut) oder für die Wertholzerziehung entscheidet, erntet man die Bäume für ersteren Zweck schon innerhalb der ersten 2-5 Jahre erstmals (sogar einjährige Austriebe können dafür interessant sein).

Im Wertholzbereich gibt es aus jetziger Sicht (2017) in Österreich, Deutschland und vergleichbaren anderen Ländern noch zu wenig Erfahrung um ausreichend sagen zu können, wie lange die Bäume bis zur Ernte stehen sollen. Man geht derzeit von einem Wertholz-Umtrieb im Bereich von 8 – 12 Jahren aus. Persönlich würde ich die Phase auf bis zu 15 Jahre ausdehnen, um auch mal einen Rückschlag, etwa durch Frost, mit einzukalkulieren. Auch was die Zieldurchmesser betrifft kann man derzeit nur auf Erfahrungen aus Süd- und Osteuropa zurückgreifen, wo von 30 – 40 cm (oder 50 cm) nach dieser Zeit gesprochen wird. Ein Wiederausschlag erscheint mir bei diesen Durchmessern ebenfalls zweifelhaft. Im Biomassebereich bei Erntedurchmessern bis zu 20 cm treibt er jedenfalls sehr gut aus dem Stock nach.

Die Ernte findet, wie bei anderen Laubgehölzen auch, in der Vegetationsruhe im Winter statt.

©energiepflanzen.com - Reinhard Sperr (2008 – 2017)