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Hackgut

von Reinhard Sperr am Oktober 21, 2017 in Glossar

(siehe auch Hackschnitzel)

Die Hackgut-Produktion aus Energieholz im Kurzumtrieb steht vor zwei grundlegenden Herausforderungen:

  1. Fein- bzw. Rindenanteil im Hackgut
  2. Wassergehalt

Grade bei Weiden im Kurzumtrieb ist der Rindenanteil im Hackgut verhältnismässig hoch und mindert dadurch die Qualität der Ware. Grundsätzlich verringert sich der Anteil der Rinde am Gesamthackgut, je dicker die Stämme bei der Ernte sind. Da Weiden aber eher vieltriebig wachsen und keine allzu großen Durchmesser erreichen ist hier das Verhältnis eher ungünstig. Große Heizwerke kommen mit diesem Material besser zu Rande als Kleinfeuerungen. Die Pappel hat in diesem Bereich ein etwas günstigeres Verhältnis. Der Rindenanteil bei Robinien-Hackgut ist nicht so negativ zu bewerten, da sie einen sehr guten Heizwert aufweißt.

Erntefrisches Hackgut aus Pappeln und Weiden haben einen Wassergehalt von 50 – 60%, die Robinie ist hier mit ca. 35% klar im Vorteil. Erntet man sie also im kurzem Umtrieb (2-4 Jahre) mit einem Vollernter, so muss das Material entweder unmittelbar danach in (Groß-)Feuerungsanlagen verwertet oderzwangsgetrocknet werden. Selbsterhitzung führt zu den bekannten Problemen der Verpilzung (gesundheitsgefährdend!) und des stetigen Trockenmasse-Verlusts.

Mittelere bis längere Umtriebe (4-10 Jahre) und die Ernte mit Forstmaschinen haben hier einen klaren Vorteil: Das Erntegut wird nicht gleichzeitig bei der Ernte gehackt sondern noch ca 1 Saison sonnig und luftig zwischengelagert und trocknet dadurch „natürlich“ auf unter 30% Wassergehalt herunter und ist somit gut verwertbar bzw. auch lagerfähig.

Hier noch ein sehr interessanter Folder vom Österreichischen Biomasseverband zum Thema Hackgut: Folder_Hackgut

©energiepflanzen.com - Reinhard Sperr (2008 – 2017)