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von Reinhard Sperr am Juni 30, 2014 in Energieblog

Virginia mallow, Sida hermaphrodita (L.) Rusby

Virginia mallow, Sida hermaphrodita (L.) Rusby

Bei den jährlich zu erntenden extensiven Energiepflanzen gibt es leider noch nicht so eine vielfältige Auswahl wie bei den Energiehölzern. Doch gerade haben diese Gräser und Stauden doch einige gewichtige Vorteile gegenüber Energiewald-Pflanzen.

So ist ihnen gemein, dass das Erntegut sehr trocken, in der Regel weit unter 20% (8-15%) geerntet wird und die Erntemaschinen aus dem normalen Ackerbau (reihenlose Maishäcksler) verwendet werden können. Zudem ist auch die Biodiversität bei größeren Pflanzungen auch ein Thema, dass immer interessanter wird.

Sida, eine relativ neue Energiepflanze in Mitteleuropa, scheint eine Lücke zu schließen, die mit anderen Pflanzen nur schwer umzusetzen war.

Virginia mallow

Sida hermaphrodita (L.) Rusby im Winter

So wächst Sie etwa in den klassischen Trockengebieten (300-600 mm Niederschlagund lange, trockene Sommer) Österreichs wie im Weinviertel, Teilen des Burgenlands oder auch im Ungarn noch recht ansehnlich. Natürlich kommt sie nicht an die Erträge von Miscanthus (Elefantengras) und auch nicht an die klassischen Energiehölzer wie Pappel und Weide heran, doch würden die unter diesen Umständen großteils überhaupt nicht gedeihen.

Polen hat auch in kontinentalen Klimaten mit kräftigen Wintern und geringen Schneedecken sowie auch schwächeren Böden in den letzten Jahrzehnten schon größere Sida-Flächenetabliert. Ebenso könnte etwa das Deutsche Brandenburg für Sida interessant sein. Wir denken, dass sich gerade bei Sida noch einiges tun wird und halten Sie natürlich auf dem Laufenden!

Miscanthus nach wie vor ein Thema

Um Miscanthus, ebenso wie die Sidapflanze jährlich zu ernten, scheint es zwar etwas ruhiger geworden zu sein. Zumindest könnte man in Mitteleuropa diesen Eindruck gewinnen. Wir können das nicht ganz bestätigen, da in vielen Ländern Mittel- und Nordeuropas neue Miscanthus-Flächen etabliert werden. Süd- und Südosteuropa bleibt ebenso spannend für Miscanthus giganteus obwohl es natürlich schwierig ist passende Partner für Pflanzungen dort zu finden.

Generell ist zu beobachten, dass mehr und mehr Heizungsbauer mit dem nicht ganz einfachen Brennstoff Miscanthus nun passabel umgehen können bzw. deren Ofen gut darauf ausgerichtet haben. Bei größeren Heizwerken als Beimischung zu Holzhackgutfindet Elefantengras ebenso immer leichter Abnehmer, da die Preise hoch und das Angebot an Hackgut aus dem Wald eher knapp ist. Einzelne kleinere Heizwerke werden mittlerweile rein mit Miscanthus betrieben und funktionieren nach anfänglichen Kinderkrankheiten einwandfrei. Hier ein kleiner filmischer Eindruck zum Thema Miscanthus heizen.

Pflanzgut für kleinere und mittelgroße Flächen ist derzeit noch ausreichend verfügbar. Aufgrund des extrem milden Winters wird die Pflanzsaison wohl heuer aber schon früher beginnen, weswegen wir Ihnen raten würden sich bei Interesse an einer Miscanthus- oder Sidapflanzung möglichst rasch zu melden!

Hier können Sie neben Energiehölzern Sida und Miscanthus auch direkt kaufen.

 

Miscanthus, Elefantengras, Chinaschilf, Chinagras

Miscanthus-Feld in Oberhofen, Oesterreich

 

 

 Reinhard Sperr, www.energiepflanzen.com im Februar 2014

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