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Kiri-Baum: Eine kurze Einführung zum neuen „Wunderbaum“

Kiri, Kiri-Baum, Kaiserbaum, Paulownia oder Blauglockenbaum – Viele Namen für ein und denselben Baum: Der Kiribaum soll anscheinden wahre Wunder wirken. Höchster Zuwachs im Wald, auf dem Feld oder in der Plantage. Was müssen Sie wissen, wenn Sie diesen neuen „Wunderbaum“ pflanzen möchten, erfahren Sie in kurzen Worten hier!

Was ist der Kiri/Kiribaum

Der ursprünglich aus Süd/Ost-Asien stammende Baum wird aufgrund seiner attraktiven blauen Blüten-trauben schon seit Jahrzenten in Garten- und Parkanlagen gepflanzt. (überwiegend P. tomentosa).
Das schnelle Jugendwachstum macht den Kiri-Baum aber auch sowohl zur Energiegewinnung, hauptsächlich aber als Wertholz interessant. Das Holz ist schwer entflammbar, isoliert gut und ist leicht aber trotzdem sehr stabil. Es hat gute Klangeigenschaften, und trotz des schnellen Wachstums eine ansprechende Maserung.

Anbau Kiribaum

Überwiegende Pflanzung von Topfpflanzen (6, 9, 20 cm), aber auch mehrjährige wurzelnackte Bäume (60-200 cm).
Frühjahrspflanzung von zumindest einmal überwinterten Setzlingen, sobald der Boden aufgetaut ist. Ab Juni/Juli können auch frisch vermehrte Jungpflanzen gesetzt werden.
Je nach Region u. Trockenheit kann Bewässerung sinnvoll sein (zumindest in der Anwuchsphase).
Pflanzung für Wertholz: 3 x 3 – 4 x 4 m Abstand, bzw. 650 – 1.100 Bäume pro Hektar.
Pflanzung für Biomasse, Hackgut- und Scheitholzerzeugung:
In Einzelreihen, 2 – 3 Meter für die Fahrgasse und in der Reihe 0,5 – 1 Meter Abstand.

Anwuchspflege, Pflanzenschutz

Unkrautbekämpfung ist für Kiri-Jungpflanzen (einjährig) sehr wichtig. Da die Bäume bei der Pflanzung meist sehr klein sind und eher spät antreiben muss ein Überwuchern mit Unkraut unbedingt vermieden werden!
Pflanze am Stamm (manuell) freihalten (ev. Mulchen, Mulchfolie), Gassen können z.B. auch gemulcht werden.
Einjährige Bäume im zweiten Jahr (April/Mai) bodeneben abschneiden und neu austreiben lassen.
Schädlinge u. Krankheiten sind bislang kaum bekannt.
Wühlmausverbiss kommt vereinzelt vor, Hasen können (junge) Bäume in strengen Wintern anfressen.

Düngung

Kompostgaben sind nur auf schwachen oder stark verdichteten Böden nötig.
Aufgrund des starken Wachstums Stickstoff etnweder gar nicht oder nur sparsam und zeitig im Jahr geben, Kali im Sommer kann Frosthärte positiv beeinflussen.

Schnittmaßnahmen beim Kiri-Baum für Wertholz

Bei Pflanzung von ein- oder zweijährigen Jungpflanzen im Folgejahr (Frühling) bodeneben rückschneiden
Nach dem nächsten Winter kontrollieren wie weit der Baum von der Spitze zurückgefroren ist und auf nächstes gesundes Auge zurückschneiden. Auf gerade Verlängerung achten!
Seitentriebe ab 5-10 cm Länge entspitzen, den Rest als „Stammbildner“ stehen lassen. Mehrmals wiederholen
Aufasten in den Folgejahren, bis die Wunschhöhe des Stammes (3-8 Meter) erreicht ist, fortsetzen.
Danach Seitentriebe wachsen und eine Krone ausbilden lassen.
Ab der Phase der Kronenbildung kommt es nur noch vereinzelt zu kleinen Frostschäden, ähnlich wie bei Nußbäumen.

Boden und Klima

Der Baum bevorzugt mildes, wärmeres Klima.
Sonnige, geschützte Lagen auf niedriger Seehöhe sind sinnvoll (Achtung Kältestaulagen vermeiden!).
Benötigt langfristig wenig Wasser ->Tiefwurzler, Staunässe vermeiden!
Frostresistent bis ca. -15°C bis -20°C. (Lt. Literatur tiefer)
Besonders die Spitzen junge Bäume (1-3 Jahre) sind sehr frostgefährdet.

Ernte Kiribaum

Erntezeit, wie bei allen Laubhölzern zwischen Dezember und April, Zieldurchmesser bei Wertholz 30-40 cm, bei Biomasse 8- max. 25 cm.
In aller Regel mit normaler Forsttechnik (Wertholz), bei Biomasse für Hackgut bis 15 cm Erntedurchmesser auch mit Gehölzmähhäckslern möglich.

Erträge/Zuwächse

Aufgrund der noch kurzen Kulturzeit in Mitteleuropa noch keine verlässlichen Angaben möglich. Ziel bei Wertholz: 10-15 Jahre (Wiederaustrieb noch mit Fragezeichen), bei Energieholz etwa 2-6 Jahre, geplante Nutzung ca. 20-25 (30) Jahre.
Erntegut ist trockener und härter als bei anderen Energieholzern, das Gewicht aber deutlich geringer.

Bestandsauflösung

Am Ende der Nutzungsdauer mit Forstfräse fräsen.
Da mit Nachtrieben zu rechnen ist, nach Rodung eine stark zehrende Ackerfrucht oder Dauergrünland nachzubauen. Ggf. Nachtriebe oder Sämlinge chemisch bekämpfen.

Rechtliches für den Kiri-Baum

Aktuell (2018) noch nicht als Forstbaum zugelassen
Befürchtungen einer unkontrollierten Aussaat oder durch Wurzelausschläge konnten bis jetzt noch nicht restlos abgeklärt bzw. ausgeschlossen werden.
Als Kurzumtriebsplantage (KUP) auch ohne Forstzulassung möglich (Österreich)Vor Pflanzung unbedingt Rücksprache mit den lokalen Behörden halten!

Verwendung

Wertholz
Sportgeräte, wo Stabilität und geringes Gewicht wichtig sind. Z.B. Snowbords, Ski, Paddelbords und ähnliches.
Möbelherstellung, Musikinstrumente (sehr gute Klangeigenschaften), Schiff- u. Flugzeug(leicht)bau

Biomasse/Energieholz
Als Scheitholz oder Hackschnitzel zur Wärmegewinnung.

©energiepflanzen.com - Reinhard Sperr (2008 – 2017)