P. tomentosa

Paulownia tomentosa Kurzbeschreibung

Paulownia tomentosa ist eine urprüngliche, nicht gezüchtete Art des Kiribaumes. Das heißt, er kommt genau so in der Natur vor. Die ursprüngliche Herkunft dieser Blauglockenbaum-Art ist Asien bzw. China.

Paulownia tomentosa gehörte ursprünglich zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) oder Rachenblütler, seit einiger Zeit wird er aber in einer eigenen Familie, und zwar jener der Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae) geführt.

Der Wuchs des Kaiserbaumes (Paulownia imperialis), wie er auch noch genannt wird, ist stark, vor allem in der Jugend. Dadurch ist er in Mitteleurope auch vor allem in der Jugend frostgefährdet. Wir empfehlen für Paulownia tomentosa Standorte Winter Tiefsttemperaturen von  -15 bis max. -20° C, je wärmer desto besser.

Der Kaiserbaum treibt nach einem Rückschnitt in aller Regel wieder aus (=Stockausschlag), was auch unangenehm werden kann, z.B. im Garten oder auch im Wald. Deswegen wird P. tomentosa auch manchmal in Listen mit “Invasiven Pflanzen” geführt und das ist vermutlich auch der Grund, warum diese Art nach wie vor in Deutschland und Österreich keine Forstzulassung besitzt (Stand Anfang 2021).

Die Blüte dieses Kaiserbaums ist lila-blau, weswegen er als Park- und Gartenbaum sehr beliebt ist. Andere Zuchtsorten hingegen können Schattierungen vom weiß über blau auch ins rosa gehende bilden.

Paulownia tomentosa wächst etwas langsamer als vergleichbare, gezüchtete Sorten, wie z.B. Shandong oder auch NordMax21. Auch ist der Stamm oft nicht pfeilgerade. Meist handelt es sich aber nur um einen leichten Schwung, der sich oft noch auswächst.

P. tomentosa: Wuchseigenschaften

Sein Wuchs ist vor allem in der Jugend sehr stark, wenngleich er gerade in dieser Zeit auch sehr leicht abfrieren kann. Durch die teils sehr starken Jahrestriebe (unter Umständen auch wenige Meter!) und das Wachstum bis in den Herbst hinein, hat das Holz wenig Zeit auszureifen und dadurch auch gut winterhart zu werden. Zudem weist der Stamm den für den Blauglockenbaum charakteristischen Holzraum (ca. 5-10 mm) in der Mitte auf.

Paulownia tomentosa ist im Wuchs auch durch seine weißen, milimetergroßen Korkwarzen von anderen Arten und Sorten unterscheidbar.

Die Höhe des Baumes ist im ausgewachsenen Zustand meist 8-12 Meter (oder 15), wobei ältere Exemplare auch Richtung 20 Meter Höhe und Breite gehen können. Bei der Pflanzung im Garten sollte jedenfalls ausreichend Platz eingeplant werden. Im Wertholzbereich wird wie bei anderen Arten und Sorten auch der Abstand von 3 x 3 bis 4 x 4 Meter gewählt.

Ein regelmäßiger Schnitt in der Höhe, um den Baum im Garten künstlich klein zu halten, ist nicht empfehlenswert, da er darauf mit meist mehrere Meter langen Wassertrieben reagiert und zudem kaum noch Blüten ansetzt. Auch heilen solche Schnittwunden eher schlecht und bieten somit eine willkommene Eintrittsquelle von Schaderregern, z.B. Pilzen. Der Blauglockenbaum reagiert speziell in der Jugend auf Stammverletzungen recht empfindlich. Schon eine kleine Schramme kann einen Stamm zum Absterben bringen. In so einem Fall empfiehlt sich ein bodeneber Rückschnitt im folgenden Winter.

Möchte man Paulownia tomentosa im Kleintopf für eine Wertholzplantage setzen, so raten wir das Bäumchen (Jungpflanze) nach der Pflanzung  einfach mal ohne Schnitt wachsen zu lassen. In der nächsten Vegetationsruhe (November bis April, am besten März) schneidet man den Baum dann noch einmal bodeneben ab und lässt ihn neu durchtreiben. Dabei bildet er von Haus aus einen sehr geraden und oft auch schon Zentimeter-dicken und langen Stamm (0,5 – 3 m, je nach Bedingungen). Ungeduldigere erhalten diese Blauglockenbaum-Art auch im 2-3-Liter-Topf und sparen sich dadurch zirka ein Jahr an Zeit.

Alternativ, wenn man nicht so lange warten möchte oder vielleicht nur wenige Stück ausprobieren möchte, dann gibt es natürlich auch die Möglichkeit schon ältere Pflanzen zu setzen. Z.B. zweijährige Wurzelstöcke, dreijährige Wurzelstöcke oder auch P. tomentosa mit 60-100 cm bzw. P. tomentosa mit 100-150 cm-Stamm. Für den Garten können wir auf Anfrage regional (Salzburg/Umgebung, Oberösterreich) auch Paulownia-Hochstämme mit größeren Stammumfängen anbieten.

Blüte und Samen von Paulownia tomentosa

Tomentosa blüht wie seine ursprünglichen Verwandten P. fortunei, catalpifolia oder elongata erstmals nach ca. fünf bis sieben Jahren, wobei sich auch schon nach drei Jahren in milden Wintern welche zeigen können. Blütezeit ist in den meisten Gegenden April, jedenfalls vor dem Blattaustrieb. Dabei werden die Knsopen, die ca. 0,5- 1 cm messen, schon im Herbst des Vorjahres gebildet. Verläuft der Winter durchschnittlich bzw. nicht zu streng, dann entfalten sich die Blüten im Frühjahr. In strengen Wintern oder unter ungünstigen Bedingungen können Knospen teilweise oder auch vollständig abfrieren. In so einem Fall gibt es im nächsten Jahr eine neue Chance.

Die Blütefarbe ist, wie eingangs erwähnt, lila-bläulich und bildet damit im Gartenbereich eine besondere Bereicherung dar. Die Einzelblüten sind zu großen, 10 – 25 cm großten Blütentrauben zusammengefasst und stellen in der Blütezeit eine besondere Erscheinung dar. Nicht nur im Garten, auch in Paulownia-Plantagen ist dieses Schauspiel einzigartig!

Nach dem Abblühen bilden sich im Lauf des Sommers Früchte als nussgroße Kapseln, die im frischen Zustand unangenehm kleben können. Diese Fruchtkapseln öffnen sich im Herbst und geben eine Unzahl von Paulownia-Samen frei! Durch die schiere Anzahl, aber auch durch die Hartnäckigkeit der Pflanze selbst kann diese Selbst-Aussaat auch unangenehm werden. Vor allem in Städten sieht man dort und da Exemplare aus Kanaldeckeln, aus Gehsteigritzen oder gar aus alten Mauern und Dächern wachsen! Hier ist Paulownia tomentosa jedenfalls unangenehmer als vergleichbare Zuchtsorten, wenngleich auch bei jenen eine Selbstaussaat nicht mit 100-%iger Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Jedenfalls sind die bisherigen Erfahrungen bei dieser ursprünglichen Form negativer als bei den gezüchteten.

Umtriebszeit in der Plantage

Unter der Umtriebszeit versteht man im Gernerellen z.B. im Energiewald die Dauer eines durschnittlichen Ernteintervalls. Energiehölzer wie Pappel, Weide und Robinie lässt man zwischen zwei und ca. 15 Jahre stehen, ehe sie geerntet werden. Beim Blauglockenbaum Paulowina bei geht man von einer Umstriebszeit von etwas 10 – 15 Jahren aus. Unter sehr guten Bedingungen kann sich diese Zeit auch auf ca. acht Jahr verkürzen, wobei man hier eher in Europas Süden fündig werden wird. Versprechungen, etwas in Internetvideos, wonach Blauglockenbäume in einem Jahr sechs Meter wüchsen und nach 6- 8 Jahren einen Erntedurchmesser von 40 cm aufweisen, würden wir nicht für bare Münze nehmen, zumindest nicht in Mitteleuropa.

Die mehrmalige Nutzung eines Wurzelstocks nach der Ernte ist theoretisch möglich. Ein solcher Wiederaustrieb oder auch Stockausschlag gelingt langfristig dann am besten, wenn der Stamm noch nicht zu stark ist. Ehrlicherweise muss man sagen, dass es in MItteleuropa dazu mit Paulownia tomentosa noch zu wenige Praxiserfahrungen gibt.

Fazit zum Blauglockenbaum Paulownia tomentosa

Paulownia tomentosa ist aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung in Mitteleuropa in der Praxis besser erforscht als die erwähnten Zuchtsorten. Der Wuchs ist kaum schwächer und annähernd in aller Regel auch gerade. Die verstärkte Neigung zur Selbstaussaat und ggf. auch zu Wurzelausschlägen ist ein Minuspunkt dieser Art, die jedenfalls bei einer Pflanzung im Garten oder am Feld berücksichtigt werden muss.

Diese ursprüngliche Form des Kiri- oder Kaiserbaumes weist aber im Gegenzug eine intensive und kräftige Blütenfarbe auf und ist wahrscheinlich auch etwas toleranter gegenüber tieferen Temperaturen.

Wir würden P. tomentosa auch im Wertholzbereich nicht außer Acht lassen, allein schon um eine breite Mischung an Sorten und Arten künftig pflanzen zu können.

Weitere Infos:

Hier erhalten Sie weitere allgemeine Infos zu Paulownia.

Auf Waldwissen.net und Wikipedia finden Sie noch viel ausführlichere Beschreibungen zu diesem Baum.

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Für weiterführende Fragen steht Ihnen Reinhard Sperr auch per Telefon und Email zur Verfügung.

 

Gärtnermeister Reinhard Sperr, Dezember 2020