Derย Blauglockenbaum auch als Paulownia,ย Kaiserbaumย undย Kiribaumย etablierte sich im letzten Jahrhundert vorerst in Stรคdten und Parks und ist vor allem an seinen schรถnen, lila Blรผtentrauben erkennbar. Der Blauglockenbaum setzt sich nun auch langsam auf Europas landwirtschaftlichen Nutzflรคchen, als Wert-u. Energieholz, durch. Dabei sind schlechte Frosthรคrte in der Jugend, hoher Pflegeaufwand und das verhรคltnismรคssig teure Pflanzgut die hervorstechendsten Unsicherheiten. Dem gegenรผber stehen extreme Zuwรคchse und hervorragendes Wertholz mit vielfรคltigen Verwertungsmรถglichkeiten. Und das alles, wennโs passt, in nur 10-15 Jahren! Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie unten weiter! ๐
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Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen kรถnnen auf der Produktseite gewรคhlt werdenPaulownien sind unter zahlreichen Namen bekannt, unter anderem: Blauglockenbaum, Kiribaum, Kaiserbaum
Des Weiteren gibt es zahlreiche Sorten und Zรผchtungen: Paulownia tomentosa, Paulownia fortunei, Paulownia elongata, Paulownia Shandong, NordMax-Zรผchtungen, weitere bekannte Hybriden wรคren zum Beispiel H2F4 oder Phoenix One.
Forstzulassung gibt es aufgrund der Angst vor invasiver Ausbreitung in รsterreich nach wie vor keine. Als KUP dennoch erlaubt, wir empfehlen vor groรen Pflanzungen Rรผcksprache mit lokalen Behรถrden zu halten. Idealerweise werden Hybriden verwendet, deren Samen nicht keimfรคhig sind.
Gattungsname
Paulownia
Deutsche Namen
Familie
Paulowniaceae (Blauglockenbaumgewรคchse)
Herkunft
Ostasien
Hรถhe
15-20 Meter
Breite
8-12 Meter
Blรผtezeit
April-Mai, vor dem Laubaustrieb
Blรผten
blau-violett, weiร, rosa; glockig; in Trauben; zwittrig
Frรผchte
auffรคllige Kapselfrรผchte – giftig
Blattform
ei- bis herzfรถrmig, teils gelappt, glattrandig
Blattanordnung
gegenstรคndig
Blattfarbe
grรผn bis blaugrรผn, Unterseite beige oder grau, filzig oder behaart
Frosthรคrte
๐ณPaulownia tomentosa bis -24ยฐC,
๐ณNordMax21 bis -22ยฐC,
๐ณShandong -15ยฐC bis -20ยฐC
Besonderheiten
Gut frosthart bis -20ยฐC, geschwungener Stammwuchs, eher schwรคcherwรผchsig. Die Blรผte ist als einzige in tiefen Blautรถnen mรถglich. P. tomentosa gilt als invasiv durch Wurzel- und Stockauschlรคge, an zusagenen Standorten auch erfolgreiche Keimung der Samen (Bahndรคmme, Schottergruben, Brachflรคchen).
Sie ist die am stรคrksten wรผchsige Art mit einer Winterhรคrte bis -17,5ยฐC. Der Wuchs ist eher breitkroniger, daher ist sie nicht sehr beliebt in den Plantagen (geringere Stรผckzahlen). Auรerdem neigt P. elongata zu einer mehrstรคmmigen Entwicklung. Sie bildet keine keimfรคhigen Samen. Die jungen Blรคtter sind eรbar und allgemein auch als eiweiรhaltiges Tierfutter gefragt.
Hat einen sehr geraden Wuchs und eine schรถne Holzmaรerung. Die Winterhรคrte liegt nur bei bis -13ยฐC, fรผr Mitteleuropa daher uninteressant. Achtung: an geeigneten Standorten invasiv (keimfรคhiges Saatgut). P. fortunei wird fรผr Kreuzungen wg dem geraden Wuchs und der ansprechenden Holzmaรerung sehr gerne verwendet.
Eine Kreuzung aus P.tomentosa und P. fortunei. Der Wuchs ist schรถn gerade und die frosthรคrte geht bis -20ยฐC. P. Shandong ist die aktuell bekannteste Wertholzsorte. Die Blรผtenfarbe zeigt ein weites Spektrum von rosa, weis bis blasslila
Sie zeichnet sich durch ihren extrem schnellen Wuchs aus und einer guten Frosthรคrte bis -22ยฐC. Der Stamm entwickelt sich gerade, die Blรผtenfarbe ist eher rosa bis weiร. Markant sind die sehr groรen Blรคtter in der Jugend.
Der Blauglockenbaum โ auch Kaiser- oder Kiribaum โ botanisch Paulownia steht mit mehreren Arten und Sorten fรผr besonders schnellwรผchsig, wรคrmeliebend und sehr schรถn blรผhend. Sowohl im Gartenbereich, als auch zunehmend in Forst- und Ackerbau trifft man auf diese bemerkenswerte Gattung, die wir Ihnen nachfolgend etwas nรคherbringen mรถchten.
Der, in unserer Gegend, noch eher exotische Baum fand in den letzten Jahren, รผber Sรผdeuropa vermehrt auch den Weg nach Deutschland und รsterreich. Mit der Verwendung als Parkbaum, fรผr grรถรere Gรคrten und รถffentlichen Grรผnanlagen (z.B. An der Promenade in Linz, Oร) wurde Paulownia in kleinen Stรผckzahlen auch schon vor vielen Jahrzehnten gepflanzt und war, wegen seiner wunderschรถnen blรคulich/violetten Blรผtentrauben, die ihm รผbrigens auch seinen Namen geben, und dem nicht รผberbordenden Wuchs von zirka 12-15 Meter, sehr beliebt.
Verbreitete Arten im Park- und Groรgรคrtenbereich sind:
Der Kaiserbaum weist ein besonders schnelles Jugendwachstum auf, was sich gleichermaรen als Vor- wie als Nachteil erweist. Der schnelle Zuwachs macht ihn einerseits als Biomassepflanze interessant (hohe Trockenmasse-Leistung), noch mehr aber als Wertholzbaum. Damit man gutes, verkaufsfรคhiges Wertholz ernten kann, sind eine Reihe von Punkten zu beachten.
Fรผr die Nutzung als Biomassepflanze (z.B. Hackgut oder Stรผckgut) erntet man die Bรคume schon innerhalb der ersten 2-5 Jahre erstmals und sogar einjรคhrige Austriebe kรถnnten dafรผr interessant sein. Bei einem Erntedurchmesser bis zu 20 cm treibt der Baum sehr gut wieder aus dem Stock nach.
Fรผr Ihre Wahl den Blauglockenbaum zur Wertholgewinnung zu pflanzen gibt es aus heutiger Sicht (2019) in รsterreich, Deutschland und vergleichbaren anderen Lรคndern noch zu wenig Erfahrungwerte um in ausreichender Weise sagen zu kรถnnen, wie lange die Bรคume bis zur Ernte stehen sollten. Derzeit geht man von einem Wertholz-Umtrieb in der Dauer von 8 โ 12 Jahren aus. Persรถnlich wรผrde ich die Umtriebszeit auf bis zu 15 Jahre ausdehnen, um auch mal einen Rรผckschlag, etwa durch Frost, mit einzukalkulieren. Auch was die Zieldurchmesser betrifft kann man derzeit nur auf Erfahrungen aus Sรผd- und Osteuropa zurรผckgreifen, wo von 30 bis 40 cm und mehr, nach dieser Zeit gesprochen wird. Ein Wiederausschlag erscheint bei diesen Durchmessern ebenfalls zweifelhaft.
Die Ernte findet, wie bei anderen Laubgehรถlzen auch, in der Vegetationsruhe im Winter statt.
Der Blauglockenbaum liebt warmes, mildes Klima, Gegenden wo zum Beispiel Wein oder andere anspruchsvolle Obstsorten angebaut werden können sind auch für Paulownia sehr gut geeignet. Auch mit den in diesen Gebieten relativ geringen Niederschlagsmengen kommt der Kaiserbaum gut zurecht. Da diese klimatisch bevorzugten Gebiete in Mitteleuropa aber nicht sehr zahlreich vorhanden sind, probieren immer mehr Menschen Blauglockenbaum-Pflanzungen auch abseits dieser Gunstlagen aus.
Hier erscheinen sonnige, gerne auch trockene und magere, geschützte Lagen sinnvoll. Im Wald, wofür es aktuell (2017) noch keine forstliche Genehmigung in Österreich gibt (!), braucht er ausreichend Licht und genug Platz, um sich zu etablieren.
Paulownia verträgt sowohl leichte Sandböden wie auch schwerere Böden. Um das Anwachsen zu erleichtern kann mit Kompost oder anderen organischen Düngern etwas nachgeholfen werden. Riesige Pflanzlöcher mit großen Erdbohrern, wie man sie aus Südeuropa kennt, sind meines Erachtens nicht von Nöten.
Vermieden werden sollten Lagen mit stauender Nässe, starker Beschattung oder sehr windanfällige Flächen. Im großen und ganzen kann man davon ausgehen, je niedriger die Seehöhe umso unproblematischer. In höheren Lagen kommt die Gefahr von Brüchen durch schwerem Herbstschnee hinzu. Da die Bäume meist ab ca. Ende April auszutreiben beginnen sind Lagen in denen es vermehrt zu Spätfrost kommt schwierig. Gerade junge Bäume, sind in den ersten 3-5 Jahren sehr frostgefährdet.
Die Temperaturangaben zur Frostbeständigkeit der einzelnen Sorten sind sehr unterschiedlich. In manchen Quellen wird von bis zu minus 30°C ausgegangen. Unseren bisherigen Erfahrung nach liegt diese Grenze in der Praxis wohl eher bei – 15 bis – 20°C, ohne dabei große Frostschäden in Kauf nehmen zu müssen.
In verschiedenen (Internet-)Berichten ist fast gleichlautend von einer Pflanzung mit einem großen Erdbohrer und einer Aufbesserung der Erde mit Kompost oder Mist zu lesen. Unserer Vermutung nach verbreitet sich hier viel durch bloßes Abschreiben von Informationen. Die tiefgründige Lockerung ist in Mitteleuropa höchstens auf stark verdichteten Böden nötig und Bodenverbesserung durch Aufdüngen sollte aufgrund des ohnehin raschen Wachstums höchstens sehr sparsam erfolgen.
Düngungen im Laufe der Kultur sind derzeit noch zu wenig in der Praxis erforscht, sodass wir diese nicht explizit empfehlen können. Sollten Sie dgl für Ihren Boden für nötig erachten, empfehlen wir wegen der bodenverbessernden Wirkung organische Dünger oder Mist/Dung von Tieren zu verwenden.
Unsere derzeitigen Hauptsorten sind aus Gründen der Frostsicherheit die Sorten “Shandong” sowie die ursprüngliche Art “Paulownia tomentosa”. “Shandong” ist eine klassische Wertholzsorte, die schnelles Wachstum, gerade Stämme mit einer recht passablen Frosthärte kombiniert.
“Paulownia tomentosa” wächst tendenziell etwas schwächer (langsamer) und vielleicht nicht ganz so gerade im Stamm ist aber ebenso gut frosthart und recht widerstandsfähig.
Wie bereits erwähnt, gibt es reichlich Auswahl an Sorten und Größen der Paulownien. Ein- bis zweijährige Topflanzen, wurzelnackte Bäume, 2 u. 3-jährige Wurzelstöcke (zurückgeschnitten), Jungpflanzen in 6-10 cm-Töpfen, überwinterte Bäumchen im kleinen Topf oder schon zweijährige in 2-3-Litertöpfen sind üblich. Theoretisch können auch Wurzelstecklinge gepflanzt werden, für die Pflanzung direkt am Acker, können wir das allerdings nicht empfehlen.
Was die Beschaffenheit der Pflanzen selbst betrifft, so stellt die Bezugsquelle ein wesentliches Qualitätskriterium dar die oft nur mangelhaft nachvollzogen werden kann. Sortenechtheit, Erfahrungswerte und Wissen zur Pflege, sowie sorgfältige Aufzucht und die Frische der Pflanze sind Voraussetzungen dafür, dass sich der Baum gut entwickelt.
Bedauerlicherweise mussten auch wir in unserer Anfangsphase auf diesem Gebiet einiges Lehrgeld bezahlen.
Da die Pflanzung mit Topfpflanzung bzw. mit wurzelnackten Bäumchen derzeit überwiegt, gehen wir im folgendem nur auf diese Variante näher ein. Wenn Sie die Pflanzung von Wurzelstöcken ausprobieren möchten raten wir Ihnen erst eine kleinen Testfläche im Garten oder in großen Pflanztöpfen zu probieren.
Frühjahrspflanzungen können sobald der Boden offen ist, ab ca. Ende März mit zumindest einmal überwintertem Pflanzgut, erfolgen. Dabei geht man, wie in Punkt „Feldvorbereitung“ beschrieben, vor.
Ab Juni / Juli können frisch vermehrte Jungpflanzen gesetzt werden. Zu dieser Zeit ist es warm und sonnig, und die kleinen Pflanzen haben bis Herbst ausreichend Zeit sich zu akklimatisieren.
Zwischen September und Ende November besteht die Möglichkeit der Herbstpflanzung, die aber nur mit bereits am Feld gewachsenen und überwinterten Bäumchen in Betracht gezogen werden sollte. Jüngere Pflanzen lieber in einem hellen und kühlen Raum überwintern und im Frühling ab Mai, auspflanzen.
Die Pflanzung selbst ist recht einfach: Auf gepflügten Flächen, mit einer Waldhaue (Waldhacke, Wiedehopfhaue) oder einem Spaten ein kleines Loch ausheben, die Pflanze hinein stellen (nicht zu tief), das Loch wieder auffüllen, die Erde fest andrücken bzw. –treten und kräftig eingießen.
Bei der Pflanzung auf einer Wiese, Brache oder im Wald sollte um das Pflanzloch herum (Radius von ca 60 cm) die Grasnabe entfernt werden. Die Pflanzung selbst dann gleich wie am Acker. Gegebenenfalls das Pflanzloch hier etwas größer ausheben, die Erde lockern und mit etwas Kompost aufbessern. Auch Kompost (wie Dünger) sparsam verwenden, da diese jungen Bäume eher zu schnell wachsen. Eine Kalidüngung im Spätsommer kann die Winterfestigkeit möglicherweise etwas verbessern.
Je nach Gegend kann eine Bewässerung, im speziellen bei mehrwöchigen Trockenphasen, sinnvoll sein. In Gebieten mit mehr als 600 Liter Niederschlag pro m² und Jahr ist Bewässerung nicht notwendig. In trockenen Gegenden mit weniger als 500 Liter Jahresniederschlag ist eine Bewässerung empfehlenswert.
Bei reichlich Jahresniederschlag aber anhaltender Trockenheit kann eine punktuelle Bewässerung in der Anwuchsphase das Anwachsen erleichtern.
Pflanzabstände im Wertholzbereich, wie erwähnt, 3 x 3 bis 4 x 4 Meter. Das heißt ca. 600 bis 1.100 Bäume pro Hektar. 900 Bäume erscheinen uns am sinnvollsten. Im Biomassebereich sind die Abstände durchaus ähnlich wie bei der Pappel: In der Einzelreihe mit z.B. 2,5 – 3 Meter. Fahrgasse und 0,5 – 1 Meter in der Reihe. Dieser Pflanzabstand ist für kurze bis mittlere Umtriebe etwa zur Hackguterzeugung empfehlenswert, aber wie geschrieben, es gibt hier noch sehr wenig Erfahrungen in der Praxis.
… ist neben der Qualität der Pflanzen, das wohl wichtigste für eine erfolgreiche Paulownia-Pflanzung! Für Jungpflanzen überlebenswichtig, wichtig aber auch für überwinterte und zweijährige Bäumchen.
Der Blauglockenbaum beginnt eher spät mit dem Austrieb und startet, speziell Jungpflanzen, etwas verhalten in die Saison. Wenn das Beikraut im Mai oftmals schon kniehoch ist, fängt der Blauglockenbaum erst an auszutreiben. Bis dahin muss regelmäßig kontrolliert werden, ob die Pflanzen genügend Luft und Sonne haben, damit sie ideal antreiben können. Mechanische Bekämpfungen, wie sie in der Landwirtschaft üblich sind, erweisen sich hier als passable Maßnahmen. Ihre bevorzugte Methode, im ersten Sommer mehrmals wiederholen, bis der Baum nachhaltig aus dem Beikraut herausgewachsen ist. Mulchen verhindert übermässigen Unkrautbewuchs und schützt die Erde vor raschem Austrocknen.
Freischneiden mit Trimmer oder Motorsense bergen die Gefahr des Verletzens. Gerade in diese Phase ist der Baum sehr empfindlich und schon eine leichte Beschädigung der Rinde kann den Austrieb abbrechen.
Bei gut überwinterten zweijährigen (nunmehr dreijährigen) Bäumen können ein bis zwei Pflegedurchgänge nicht schaden, sind aber nicht mehr überlebenswichtig. Manche mulchen mit dem abgeschnittenen Beikraut, was auch eine gute Möglichkeit darstellt.
Im zweiten Jahr schneidet man im April / Mai den Haupttrieb vom einjährigen Baum bodeneben ab. Der Grund dafür, dieser Trieb ist noch nicht ausreichend verholzt, manchmal auch stark verzweigt oder krumm und würde zu keinem schönen Baum heran wachsen. Dieser Trieb ist durchschnittlich 0,5 bis 1 Meter hoch zu dieser Zeit, manchmal auch 2 Meter und noch nicht stabil genug.
Wenn die Paulownien gut über den Winter gekommen sind kann diese Maßnahme bei zweijährigen Bäumen entfallen. Die Spitze friert dennoch ab, das Stämmchen kann bis auf den nächsten gesunden Trieb, der zwischen April / Mai austreibt und eine möglichst gerade Fortsetzung verspricht, zurück geschnitten werden. Zweijährige Bäumchen können bereits eine Höhe von 1 bis 2,5 Meter erreichen.
Hat der Baum starke Frostschäden und der Stamm verfärbt sich insgesamt braun, kann er bedenkenlos erneut bodeneben abgeschnitten werden, er wird sicher wieder austreiben. Das gleiche gilt bei krummen oder stark verzweigten Wuchs, auch da kann nochmals völlig abgeschnitten werden.
Über Schädlinge und Krankheiten ist in der noch kurzen Kulturphase wenig bekannt. Hasen- und Wühlmaußverbiss wurde zwar selten aber doch beobachtet, auch Verfegungen von Rehen kommen gelegentlich vor. Hasen suchen den Blauglockenbaum speziell in den ersten drei Jahren und vor allem in strengen Wintern auf, wenn das Futter anderswo knapp wird. Auch Wühlmausverbiss kommt vorwiegend in den ersten Jahren vor, meist wächst der Baum trotz des Schadens gut weiter und überlebt die „Angriffe“.
Im schlimmsten Fall schneidet man den Baum, wie erwähnt, bodeneben ab und lässt ihn neu durchtreiben.
Auf Blättern wurden vereinzelt Braunfärbungen und auch geringer Raupenbefall beobachtet, jedoch nicht im bedrohlichen Maße und noch unbekannter Herkunft.
Da dieser Baum ursprünglich aus südlichen Gefielden kommt reift die Hauptknospe (Terminalknospe) nicht ab, was bei heimischen Laubbäumen bereits im August erfolgt. Der Kiribaum wächst hingegen bis in den Herbst hinein, lässt beim ersten Frost, fast von einem Tag auf den anderen alle Blätter fallen und stellt das Wachstum abrupt ein. Im Idealfall sterben nur 20-30 cm der Spitze ab, in strengeren Wintern oder bei extremem Wachstum auch mal ein ganzer Meter. Jedenfalls wird, so groß dieser Teil auch ist, die abgestorbene Spitze bis zum nächsten grünen Austrieb zurückgeschnitten. Wenn man sich um eine besonders gerade Fortsetzung bemühen will, kann man den Rückschnitt auch auf Juni verlegen und die neue Spitze sachte an den abgestorbenen Trieb festbinden, so wird das zwangsläufig entstehende „Knie“ etwas mehr abgeschwächt.
Nach dem Schnitt der Spitze fängt der Baum auch langsam damit an Seitentriebe zu bilden. Es gibt verschiedene Ansätze damit umzugehen, wir handhaben es folgendermaßen: Im Mai /Juni, wenn die ersten Triebe gut 5-10 cm lang sind, entspitzen wir diese mit einer Baumschere oder dem Fingernagel auf die Länge von etwa 5 cm, welche am Baum bestehen bleiben sollen. Die verbliebenen Triebspitzen, auch Stammbildner genannt, sorgen dafür, dass der Stamm weiterhin gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Der Blauglockenbaum bildet dadurch einen stabileren und auch stärkeren Stamm. Diese Maßnahme muss im Lauf des Jahres noch zwei bis dreimal wiederholt werden, damit die Seitentriebe nicht zu stark werden.
Im Jahr darauf kann man diese zurückgeschnittenen Seitentriebedirekt direkt am Stamm entfernen und den Stamm freilegen (=Aufasten).
Die beschriebenen Maßnahmen setzt man in den Folgejahren so lange fort bis der Stamm Ihre Wunschhöhe erreicht hat, was in der Regel bei 3-6 Meter liegt, manchmal auch höher bis zu 8 Metern. Danach lässt man die Triebe stehen und den Baum seine Krone ausbilden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist die Frostgefahr auch nicht mehr so groß. Ab der Kronenbildung kommt es höchstens noch zu kleineren Frostschäden, verglichen etwa mit Walnussbäumen, auch hier frieren Triebe in der Krone manchmal 20-30 cm zurück, treiben aber dahinter umgehend aus und wachsen weiter.
Im Wertholzbereich wird vielerorts von einer 8 bis 10-jährigen Kulturzeit gesprochen. Wir sind eher der Meinung, dass man mit über 10 Jahren, in weniger optimalen Lagen auch mit bis zu 15 Jahren rechnen soll. Die Zieldurchmesser bewegen sich laut Literatur bei 30- bis max. 50 cm, in der Praxis wird man das aber erst in den nächsten Jahren feststellen können, nämlich dann, wenn die ersten Paulownia-Kulturen aus Mitteleuropa für die Ernte bereit sind.
Paulownia schlägt prinzipiell gut aus dem Stock aus. Wir gehen aber davon aus, dass dies wie bei anderen Bäumen auch, nur im Bereich Biomasseerzeugung sinnvoll nutzbar ist. Bei Durchmessern über 20-25 cm wird es bereits schwierig da Krankheiten und Schädlinge eine große, offene Wunde vorfinden und gerade in Gebieten mit mehr Niederschlag (z.B. Pilze) ganz leicht eindringen können.
Bei der Nutzung als Energiewald zur Biomasseerzeugung kann von einer ähnlichen Nutzungsdauer wie bei Pappeln, Weiden und Robinien im Kurzumtrieb ausgegangen werden. Je nach Umtriebszeit sind 20 – 30 Jahre üblich.
Die Stöcke werden nach der Nutzungsdauer mit einer herkömmlichen Forstfräse eingefräst. Da der Baum aber starke Wurzelausschläge bildet, die mit der Fräse nicht vollständig zu erreichen sind, ist mit einem Nachtreiben im Folgejahr zu rechnen. Nachtreibende Triebe können bis zu einer Stängellänge von 20-40 cm noch gut chemisch bekämpft werden. Aber um einen entsprechenden Konkurrenzdruck zu erzeugen ist es unmittelbar nach der Rodung sinnvoll eine starkzehrende, bodenbedeckende Ackerfrucht zu pflanzen. Alternativ kommt auch die Umstellung auf eine mehrmahdige Dauerwiese in Frage. Beide Möglichkeiten sollten den Wiederausschlag, von im Boden verbliebenen Wurzelstücken so stark eindämmen, dass sie mittelfristig absterben.
Aufgrund der noch wenig vorhandenen praktischen Erfahrungen zur Bestandsauflösung von Paulownia-Pflanzungen, bitten wir um Verständnis, dass wir hier nur grobe Empfehlungen bieten können!
Da Paulownien (Blauglockenbaum, Kaiserbaum, Kiribaum), wie beschrieben, hier in unseren Breiten eine noch relativ junge Gattung darstellt, gibt es auch im rechtlichen Bereich nach wie vor einige offene Fragen. Zum einen befürchtet man im Fortsbereich die unkontrollierte Ausbreitung durch Samen oder Wurzelbrut, in der Landwirtschaft hingegen gibt es Bedenken zur Bestandsauflösung der Kultur, ob und wie man nach entsprechender Nutzungsdauer, die Bäume auch wieder los wird.
Zu den forstwirtschaftlichen Bedenken stellt sich die Situation nach derzeitigem Wissensstand folgendermaßen dar: In Österreich (und dem Vernehmen nach auch in Deutschland) ist der Baum in den verschiedenen Arten und Züchtungen derzeit (Stand 2017) nach wie vor NICHT als anerkannter Forstbaum zugelassen. Die Befürchtungen einer unkontrollierten Aussaat und von Wurzelausschlägen (Wurzelbrut) konnten für den Gesetzgeber nach wie vor nicht ausgeräumt werden. Auch, dass der Baum sich unkontrolliert in den heimischen Wäldern ausbreitet, also invasiv auftritt, kann aus derzeitiger Sicht nicht klar ausgeschlossen werden.
Zum Zweck einer Kurzumtriebspflanzung (Österreich: mind. eine Ernte in 30 Jahre Nutzungsdauer, Widmung als Wiese/Acker, Meldung innerhalb von 10 Jahren ab Pflanzung) kann unseres Wissens nach auch ein nicht für den Forst zugelassener Baum gepflanzt werden.
Aber! Sicherheitshalber raten wir dazu, vor einer Pflanzung bei der zuständigen Behörde Ihrer Region anzufragen und die rechtlichen Details zu klären!
… als besonderes Merkmal des Baumes verdienen eine extra Erwรคhnung, denn ausser den Palmen, die genaugenommen keine Bรคume sind, hat kein Baum รคhnlich groรe Blรคtter.
Paulownia tomentosa treibt im Vergleich zu anderen Pflanzenarten eher spรคt im Frรผhjahr aus. Nach der Blรผte, ab Mai beginnen leicht herzfรถrmige, bis zu 30 cm lange Blรคtter, auszutreiben. Sie sind gegenstรคndig und teilweise in kleinen Gruppen am Zweig angeordnet. Die dunkelgrรผnen Blรคtter sitzen auf sehr langen, rauhaarigen Stielen. Die Blรคtter sind bei groรen Bรคumen glatt, leicht gewellt und an der Unterseite etwas behaart. Sie kรถnnen sowohl spitz zulaufen als auch stumpf enden, die Rรคnder kรถnnen insgesamt sehr verschieden sein, von ganzrandig – bei รคlteren Bรคumen – bis gesรคgt und mit drei bis fรผnf Spitzen bei jungen Bรคumen.
Die extrem groรen Blรคtter der jungen Bรคume sind an der Unterseite mit klebrigen Drรผsenhaaren besetzt und sitzen bei einjรคhrigen Bรคumen direkt am Stamm. Sie kรถnnen bis zu 70 cm lang werden, manchmal auch lรคnger und sind der Grund fรผr sein schnelles Wachstum, damit kann er genug Sonnenenergie sammeln und in Nรคhrstoffe umwandeln. Diese Blรคtter stellen auf sonnenbeschienen Flรคchen eine groรe Konkurrenz fรผr andere Pflanzen dar, im Wald kรถnnen sie sich aber beim Kampf um Sonnenlicht nicht durchsetzen und verkรผmmern.
Erst in den kommenden Jahren wachsen erste รste und die Blรคtter werden kleiner.
Die Blรคtter der Paulownia Bรคume gelten als hervorragendes Tierfutter und sind mit ca. 19 % Eiweiร ebenso nahrhaft wie Luzernen. In manchen kargen Gegenden Asiens stellen die zuckerreichen Blรคtter ein hoch begehrtes Viehfutter dar. Nahrhaft und rasch nachwachsen.
In den Herkunftslรคndern der Blauglockenbรคume werden die Blรคtter auch als Salat gegessen. Pharmazeutisch wird der Wirkstoff Paulownia zur Herstellung diverser medizinischer Prรคparate in der Lungenheilkunde eingesetzt.
Sein Laub ist in kรผhlen Breiten-u. Hรถhenlagen sommergrรผn. Da der Baum in seiner Heimat auch durchgรคngig (immergrรผn) sein Laub behรคlt, wรคchst er immer weiter und bildet keine verholzten Terminalknospen aus, das heiรt, dass die Zweige keine Endknospen besitzen und der Baum nach dem ersten Frost, nahezu unvermittelt sein Wachstum einstellt. Die Blรคtter fallen ohne wesentliche Herbstfรคrbung ab. Die unverholzten Triebspitzen sterben bei jungen Bรคumen erkennbar ab und sollten abgeschnitten werden. Einjรคhrige Bรคume werden ganz auf den Stock gesetzt, treiben dann aber problemlos neu aus. Die Triebspitzen sterben auch bei alten Bรคumen regelmรครig ab. Aber was bei einem kleinen Bรคumchen im Verhรคltnis zur Grรถรe viel ausmacht, spielt bei groรen Bรคumen keine Rolle mehr.
An jungen Zweigen sitzen, besonders zu den Enden hin, Drรผsenhaare, die sich leicht klebrig anfรผhlen. Damit schรผtzt der Baum seine noch jungen frischen Triebe vor Fressfeinden. Die Zweige sind รผberwiegend glatt mit Blattnarben. Bei alten Bรคumen wird die ursprรผnglich glatte, grรผne Rinde mit gut sichtbaren hellen Punkten, den Lentizellen, grau-braun und rissig.
Paulownien sind Tiefwurzler mit dichtem, bodennahem Wurzelsystem, welches hauptsรคchlich innerhalb des Kronenbereiches bleibt. Dieses Wurzelsystem, meistens ohne Hauptwurzel, kann einen Radius von zu 4 Metern um den Baum und bis zu einem Meter in den Boden reichen. In diesem Radius um den Baum kann es vermehrt zu Wurzelschรถsslingen kommen.
Neben den groรen Blรคttern sind auch die groรen, am Zweigende sitzenden Blรผtenstรคnde bemerkenswert. Die aufrecht stehenden, pyramidenfรถrmigen Blรผtenstรคnde sind behaart und von orangebrauner Farbe. Die Blรผten รถffnen sich zwischen April und Mai und bieten fรผr ca. 2 Monate eine prachtvolle, duftende Augenweide.
Die einzelnen, lรคnglich glockenfรถrmigen Blรผten sind einhรคusig, bestehen aus fรผnf behaarten, trichterfรถrmig verwachsenen Kelchblรคttern. Die Farben variieren zwischen weiร, hellrosa, violett, lila und (seltener) hellblau. Der innere Blรผtenschlund kann gelbliche oder leicht violett gestreift oder gesprenkelt sein. Die Lรคnge der einzelnen Blรผten kann von den kleinsten Blรผten bei Paulownia kawakamii (3-5 cm) bis zu den riesigen Blรผten von Paulownia fortunei (8-12 cm) reichen, wobei der Durchmesser der geรถffneten Blรผte ca. 5 cm betrรคgt.
Die Blรผten bilden sich nur an zweijรคhrigem oder รคlterem Holz, Rรผckschnitte vermindern die Blรผhfรคhigkeit.
Die einzelnen Frรผchte bzw. Samenkapseln des Blauglockenbaumes sind eifรถrmig, gegen Ende spitz zulaufend. Im Herbst sind sie hellgrรผn, mit klebrigen Drรผsenhaaren besetzt. Zwischen Herbst und Winter trocknen sie zunehmend aus, werden braun, die Kapselfrรผchte รถffnen sich langsam und ab Jรคnner, bei trockenem, sonnigen Wetter fallen die Samen zu Boden. Eine Frucht entlรคsst dabei eine fรผr diese Baumart enorme Menge an sehr kleinen, hรคutig-geflรผgelte Samen, die sich leicht durch Wasser und Wind vertragen lassen und bei ursprรผnglichen Paulownia-Sorten leicht auskeimen. Zirka alle zwei Jahre trรคgt der Baum besonders viele Blรผten, respektive Frรผchte.
Da die Samen kaum gefressen oder von Krankheiten befallen werden, ist die Keimungsrate hรถher als bei vergleichbaren Bรคumen und lรคsst ebenfalls auf einen Pionierbaum schlieรen.
Die Kapselfrรผchte sind wie die darin enthaltenen Samen ungenieรbar und sowohl fรผr Menschen als auch fรผr Tiere, leicht giftig. Sie enthalten ein Glycosid, welches die Frรผchte den Winter รผber vor Erfrierungen schรผtzt.
Nicht ganz zu Unrecht wird der Blauglockenbaum auch als Klima- oder Klimawandelbaum bezeichnet. Wieso? Weil er grundsรคtzlich sehr wรคrmeliebend ist und in ungรผnstigen Lagen (Hรถhenlagen ab 500-700 m, Talstaulagen, windige Hรผgel, โฆ) und strengen Wintern durchaus leiden kann. Das wรคrmer werdende Klima kommt ihm also zugute, bei all der Problematik.
Wenn sich der Blauglockenbaum nach der empfindlicheren Jugendphase einmal etabliert hat, also der Stamm schon die gewรผnschte Hรถhe hat und der Baum eine Krone ausbildet, dann vertrรคgt er auch etwas tiefere Temperaturen (< -15ยฐC im Winter).
Weil er mit warmen und hohen Temperaturen tendenziell besser zurechtkommt, als unsere heimischen Bรคume in Mitteleuropa. Wie an anderer Stelle schon mal beschrieben, โwanderteโ Paulownia zuerst von Asien (China) und dann in den letzten Jahrzehnten von Sรผd- und Osteuropa Richtung Mitteleuropa herauf. Teilweise wirkte man mit an den Standort angepasste Zรผchtungen, z.B. der deutschen Zรผchtung NordMax21, der Kรคlteempfindlichkeit entgegen, zum anderen ermรถglichen die langsam aber sicher steigenden Temperaturen dem Baum ein leichteres รberleben.
Was Paulownia und Klimawandel noch miteinander zu tun haben: Durch die extreme Schnellwรผchsigkeit des Baumes โ er gehรถrt ja zu den am schnellsten wachsenden Bรคumen der Welt โ nimmt er zwei bis viermal so viel COโ auf wie normale Waldbรคume. Verheizt man dieses Holz dann NICHT (dafรผr ist es unserer Meinung nach ohnehin zu wertvoll!), sondern verbaut es z.B. zu Mรถbeln, Schiffen, Bauholz oder รคhnlichem, dann wird dieses COโ auch lรคngerfristig gespeichert und der Atmosphรคre entzogen.
Weitere Klimawandelbรคume sind Robinien, Gleditien, Trompetenbรคume, Zรผrgelbรคume,โฆ
Im weitesten Sinne kรถnnten auch noch Tannen, Douglasien, Weiรfรถhren, Birken, Eichen und รคhnliche dazugezรคhlt werden. Aber auch diese haben teilweise schon groรe Probleme mit der Trockenheit und den ungleicher verteiltem Niederschlag.
Unter Kurzumtriebsplantagen oder KUP versteht man Pflanzungen von schnellwรผchsigen, holzigen Biomasspflanzen, die innerhalb von zwei bis zwรถlf (max. 15) Jahren geerntet und in aller Regel dann als Hackgut verfeuert werden. Im Anschluss treiben die Energiehรถlzer erneut durch und kรถnnen nach einigen Jahren erneut geerntet werden. Hier mehr zum Thema Kurzumtrieb: https://www.energiepflanzen.com/kurzumtrieb_kup/
Ob sich der Kiribaum/Paulownia im Kurzumtrieb (KUP) fรผr die Produktion von Energieholz zur Biomasse-Verfeuerung eignet, darรผber scheiden sich etwas die Geister. Unser Eindruck ist, dass in den โNullerjahrenโ (2000-2010), als das Thema Paulownia im Mitteleuropa anfing aufzukommen, einige den Baum auch dafรผr als geeignet ansahen. Mit hohen Ernteertrรคgen und ebensolche Stรผckzahlen am Hektar lieร sich, zumindest am Papier, ein sehr gutes Geschรคft auch mit Kiribaum-Kurzumtriebsplantagen errechnen.
Wie wir bei anderen Energiepflanzen in der Vergangenheit aber auch gesehen haben, bewahrheiten sich diese โerwรผnschtenโ Ertrรคge dann in der Praxis sehr oft nicht, sodass es um das Thema Paulownia im Kurzumtrieb seither eher still geworden ist.
Manche Anbieter empfehlen noch eine Art Mischform: Den Kiribaum als Werholz UND als Energieholz im Kurzumtrieb. Und zwar pflanzt man dabei mind. die doppelte Anzahl (z.B. 1 โ 1.500 Stk/ha) Bรคume am Hektar an und schneidet nach den ersten Jahren die Hรคlfte der Bรคume heraus und verarbeitet sie zu Hackgut. Damit sollen auch erste finanzielle Ertrรคge flieรen. Die restlichen Bรคume sollen dabei schneller in die Hรถhe wachsen und sich weniger verzweigen, als im lockeren Bestand. Was mit dem zwangslรคufig entstehenden Wiederaustrieb der abgeschnittenen Kiribรคume passiert, das bleibt uns ein Rรคtsel.
Ebenso wie die Kalkulation, zumal ein Paulownia-Jungbaum ja im gรผnstigen Fall mindestens zehnmal so viel kostet wie ein Pappelsteckling im Kurzumtrieb. Weide wรคre noch gรผnstiger.
Fazit: In der Theorie ist der Blauglockenbaum (Kiribaum, Paulownia) zwar durch sein schnelles Wachstum und die damit einhergehende Biomasseproduktion auch fรผr Kurzumtriebsplantagen (KUP) interessant, in der Praxis gibt es unserer Erfahrung nach aber kaum Beispiele, wo das zumindest in Mitteleuropa im mittelgroรen Stil gut funktioniert hรคtte und auch noch wirtschaftlich gewesen wรคr.
Der รถsterreichische Kaiser Franz-Josef war zwar von diesem Baum sehr angetan, die Bezeichnung „Kaiserbaum“ geht vermutlich aber dann doch nicht auf ihn zurรผck. Viel eher ist es eine รbersetzung der frรผher gebrรคuchlichen botanische Bezeichnung „Paulownia imperialis“. Nunmehr gelten aber die sieben bereits bekannten Blauglockenbรคumen einer Gattung an, den Paulowniaceae (Blauglockenbaumgewรคchse).
Der Gattungsname wiederum geht vermutlich auf die russische Zarentochter und hollรคndische Kronprinzessin, Anna Pawlowna (1795-1865), zurรผck. Philipp Franz von Siebold (1796-1866)*(https://www.uni-wuerzburg.de/einrichtungen/bgw/der-garten/siebold-pflanzen/), stand in jungen Jahren im Dienst des hollรคndischen Kรถnigshauses und verbrachte einige Jahre in Handelsniederlassungen, im damals noch weitgehend unbekannten Japan. Siebold hat einige Pflanzen nach Europa gebracht, darunter eben auch einen Paulownia – bzw. Blauglockenbaum, mit dessen Namensgebung er die spรคtere Kรถnigin Hollands ehren wollte.
In China und Japan hat der Baum auch heute noch gรผltige, hohe symbolische Bedeutung. Der mรคchtige Baum mit seinen groรen Blรคttern und prรคchtigen Blรผtentrauben galt in Japan und China als besonders erhaben, wรผrdig, ihn im Wappen eines Kaisers zu verewigen. Blรคtter und Blรผten nehmen als heraldisches Symbol (Heraldik = Lehre von Wappen) am kaiserlichen Wappen Japans ihren Platz ein und werden heute noch als das sogenannte „Go-Shichi no Kiri“-Symbol im Wappen des japanischen Premierministers und seines Kabinetts gefรผhrt.
Der Blauglockenbaum ist aus unserer Sicht eine hรถchst interessante Kultur und gute Alternative zu den bestehenden heimischen Gehรถlzen, sowohl was den Biomassenbereich betrifft, als auch den Bereich der Wertholzgewinnung. Die sich mitunter ergebenden Herausforderungen wie z. B.: rechtliche Fragen, Pflege, Pflanzenbauliches, โฆ, sind guter Planung, der richtigen Standortwahl und konsequenter Arbeit meist sehr gut in den Griff zu bekommen. Als Belohnung fรผr die Mรผhe erfreut uns der Kiribaum mit seinen wunderschรถnen Blรผten.
Wir hoffen Ihnen mit den vorangegangenen Anleitungen zur Bestandsetablierung, Erziehung und Ernte wichtige Informationen an die Hand gegeben zu haben und stehen gerne fรผr weitere Fragen zu Ihrem Paulownia-Pflanzprojekt zur Verfรผgung: telefonisch, per E-Mail info@energiepflanzen.comย oder gerne auch persรถnlich, hier in Oberhofen am Irrsee (Oberรถsterreich). Besuche, bitte nur nach telefonischer Voranmeldung!
Unser Paulownia-Video auf Youtube:ย Paulownia, Blauglockenbaum: Anbau/Aufzucht fรผr Wertholz-Erzeugung (auch Kaiserbaum, Kiribaum)
Paulownia Blauglockenbaum in Deutschland und Österreich pflanzen – hat das Sinn?
Wo kommt der Baum her und wächst er überhaupt bei uns?
Was sind die beliebtesten Fakten und Mythen zum Paulownia Blauglockenbaum?
Diese und andere Fragen versuchen wir im folgenden Artikel zu klären, denn der Blauglockenbaum (botanisch Paulownia) ist derzeit in aller Munde und auch bei uns laufen die Telefone heiß und quellen die Mails zum Thema Kiribaum, wie er auch genannt wird, über.
Ob diese Blauglockenbäume, wie oft und vor allem im Internet gepriesen, tatsächlich in den Himmel wachsen, oder ob wir hier, wie sonst auch, die vielfältigen natürlichen Bedingungen in den unterschiedlichen Regionen beachten müssen und uns bei der Aufzucht dieser schnellwüchsigen Bäume genau drauf einstellen, das versuchen wir hier zu klären. Doch alles der Reihe nach…
Der ursprünglich aus Ost- bzw. Südostasien stammende, schnellwüchsige Blauglockenbaum fand in den letzten Jahren über Südeuropa auch den Weg nach Deutschland und Österreich. In Verwendung als Parkbaum für größere Gärten und der Gestaltung öffentlicher Anlagen und Plätze (z.B. Linz, Österreich, an der Promenade) wurde Paulownia in kleinen Stückzahlen auch schon vor Jahrzehnten gepflanzt. Wegen der wunderschönen, blauen bis rosafarbigen Blütentrauben, die dem Blauglockenbaum den Namen gaben, erfreut er sich seit jeher großer Beliebtheit. Der nicht überbordenden Wuchs (ca. 12-15 Meter) und die weit ausladenden Äste machten ihn überdies zu einem idealem Schattenspender.
Zu einer Renaissance des Blauglockenbaums in Deutschland und Österreich kam es in den letzten fünf bis zehn Jahren, aber weniger wegen seines hohen Zierwertes, sondern wegen seines gefragten Holzes und dessen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Plantagenholz an sich, hat nicht gerade den besten Ruf und ist in Mitteleuropa aus verschiedenen Gründen auch kaum verbreitet. Paulownia-Pflanzungen nehmen in den letzten Jahrzehnen aber auch hier zu und hier in Mitteleuropa, so scheint es, stoßen wir an eine natürliche, klimatische Grenze.
Die Hauptsorte ist hier sicherlich Paulownia Shandong. Klassische Plantagen, wenn auch meistens nicht so bezeichnet, wurden hierzulande eher mit Pappeln, Weiden und Robinien in sogenannten Energiewäldern bzw. im Kurzumtrieb (KUP) ausgepflanzt. Eine um vieles großere Monokultur stellt aber etwa die Fichte dar, die nach wie vor in rauen Mengen gepflanzt wird, ungeachtet von Höhenlage und Klimaerwärmung. Aber das nur nebenbei.
Die erwähnte „Wanderbewegung“ führte über Griechenland, der Türkei nach Bulgarien und Rumänien. Parallel dazu wurden die ersten größeren Pflanzungen auch in den südwestlichen, mediterran geprägten europäischen Ländern realisiert. Paulownia-Pflanzungen in Portugal, Spanien und Italien sind hier in erster Linie zu nennen.
Zu den ersten Paulownia-Pflanzungen in Deutschland zählt dem Vernehmen nach eine Pflanzung am Bodensee in Baden Württemberg. Auch unsere erste Lieferung mit Blauglockenbäumen (Paulownia tomentosa) ging, bereits im Jahr 2009, ins Schwäbische. Zu dieser Zeit interessierten sich noch kaum Kunden für den schnellwüchsigen Baum und erste Herausforderungen, hier besonders die Empfindlichkeit gegen Frost in jungen Jahren, tauchten auf.
Erste bekannte Pflanzungen mit dem Kiribaum findet man in Österreich den milden Klimaten des Burgendlands. Diese Anlagen bestehen heute noch und haben sich inzwischen zu ansprechenden Paulownia-Plantagen entwickelt.
Paulownia-Jungpflanzen sind im Vergleich zu anderen Forst- und Plantagenbäumen relativ teuer und bedürfen besonderer Pflege, vor allem wenn damit Wertholz produziert werden soll. Die Blauglockenbaum-Jungpflanze ist als Energieholz oder Kurzumtriebs-Holz tendenziell zu teuer und nicht konkurrenzfähig mit Pappeln, Weiden und Robinien, die sonst in Deutschland und Österreich zu diesem Zweck gepflanzt werden.
Die eindeutige Antwort aus unserer Sicht darauf lautet JEIN! Man könnte auch sagen „kommt darauf an“. Damit sind wir auch schon bei den „Fakten und Mythen“ um die Paulownia/den Blauglockenbaum.
Dass Bäume, egal welcher Art, nicht in den Himmel wachsen, sollte ja allgemein bekannt sein. Komischerweise meinen manche „Experten“, dass das eigenartigerweise gerade für den Paulwonia-Baum nicht gilt…
Dennoch gleich zu den …
Diese Liste ist sicherlich nicht vollständig und die Phantasie mancher „Experten“ ist hier scheinbar nicht enden wollend.
Uns ist es vielleicht ähnlich gegangen wie manchem Kunden bzw. Interessenten: 2009 haben wir die ersten Kiribäume gekauft, waren aber aufgrund der starken Frostschäden im ersten Jahr erstmal frustiert. Nach etwa zwei Jahren Pause ließ uns der Baum aber nicht los und wir starteten neue Versuche. Mit Pflanzgut aus Griechenland, Bulgarien und Rumänien, nicht nur sehr teuer sondern leider auch qualitativ mangelhaft. Wir versuchten dann aus Deutschland zuzukaufen, bei den ersten Anbietern dort – leider auch Fehlanzeige, da die bestellten Pflanzen nie geliefert wurden.
Seit ein paar Jahren haben wir aber nun verlässliche Baumschulen, selbst auch entsprechendes know-how und glücklicherweise auch fallende Pflanzenpreise.
Mit einem Ahorn oder einer Fichte wird der Blauglockenbaum nie zu vergleichen sein. Der Preis ist höher, aber vor allem auch der Pflegeaufwand. Einmal pflanzen und irgendwann ernten ist einfach nicht bei diesem Baum. Mit unserem aufgebauten Wissen und einer offenen und ehrlichen Kommunikation gegenüber unseren Kunden über Vor- UND Nachteile „getrauen“ wir uns nun aber schon seit ein paar Jahren den Blauglockenbaum zu verkaufen und machen insgesamt recht positive Erfahrungen.
Unsere Empfehlung: Probieren Sie den Blauglockenbaum vorerst in kleinen bis mittleren Stückzahlen (z.B. 20-100 Stk) auf geeigneten Flächen aus. Lernen Sie mit dem Baum umzugehen und schauen Sie, wie er mit dem Standort, Unkraut, Frost und winterlichen Bedingungen in Ihrer Lage zurrecht kommt. Verlaufen die Tests vielversprechend, dann freuen wir uns natürlich auch, wenn Sie wieder auf uns zurückkommen!
Der Blauglockenbaum wรคchst extrem schnell! Er wird auch als der am schnellsten wachsende Baum der Welt bezeichnet. Pauschal stimmt das nicht immer, wenn er aber ein sehr mildes Klima vorfindet, kann er auch mehrere Meter pro Jahr wachsen. In Deutschland und รsterreich sind Zuwรคchse von jรคhrlich ca. 0,5 โ 1,5 Meter wahrscheinlich.
Im Garten wird der Blauglockenbaum ca. 10 โ 12 Meter hoch, manchesmal auch 15. Die Kronenbreite erreicht bei genรผgend Platz ca. 5 โ 7 Meter, in Parks auch manchmal noch mehr. In Paulownia-Plantagen erreicht der Baum durch den engeren Abstand mitunter auch etwas รผber 15 Meter Hรถhe. Die Kronenbreite ist hier allerdings mit ca. 3 bis 5 Metern eher schmal.
Blauglockenbรคume treiben eher spรคt aus. Vor allem nach langen Wintern oder einem kรผhlen, feuchten Frรผhling kommen die ersten Blรคtter und Triebe meist erst im Mai. Ist es dann aber warm genug, gibt der Blauglockenbaum richtig Gas und treibt extrem schnell aus!
Da der Blauglockenbaum sehr wรคrmeliebend nimmt man am besten windgeschรผtzte Standorte. Er kommt gut mit Trockenheit zurecht und stellt auch keine besonderen Anforderungen an den Boden. Nur Staunรคsse sollte man unbedingt vermeiden!
In den ersten Jahren reagiert der Blauglockenbaum empfindlich auf Frost, ist also eher schlecht winterhart. Sobald er einen verholzten Stamm ausgebildet hat, friert nur mehr die Spitze des Baumes ab. Diese soll nach dem Winter im Mรคrz bis ins gesunde Holz zurรผckgeschnitten werden, dann wรคchst er an dieser Stelle weiter.
Die beste Pflanzzeit fรผr Paulownia ist der Frรผhling. รltere, bereits verholzte und รผberwinterte Pflanzen kรถnnen schon ab Mรคrz gepflanzt werden, bei grรผnen Jungpflanzen wartet man am besten bis ca. Mitte Mai (Eisheilige). Jungpflanzen kรถnnen den ganzen Sommer รผber gesetzt werden (gieรen!). Fรผr mehrjรคhrige Paulownia-Bรคume empfiehlt sich noch Herbst als guter Pflanzzeitpunkt (November).
Blauglockenbรคume kann man bereits ab wenigen Euros in einer Paulownia-Baumschule kaufen. Hier handelt es sich aber meist um einjรคhrige Jungpflanzen, die oberirdisch รผber den Winter absterben. Im Frรผhling treiben sie aber wieder durch. Zwei- oder dreijรคhrige Wurzelstรถcke kosten je nach Menge ca. 10 โ 30 โฌ, Bรคume mit Stamm entsprechend mehr.
Die Samen bzw. Samenkapseln des Blauglockenbaumes sind leicht giftig. Durch die Hรคrte dieser โNรผsseโ besteht allerdings wenig Gefahr, dass Tiere oder auch Kinder diese verzehren. Zudem halten sie sehr lang am Baum und fallen erst ab, wenn sie komplett vertrocknet und hart sind. Die groรen Blรคtter sind nicht giftig, sie werden sogar mancherorts als Tierfutter verwendet.
Natรผrlich kommt Paulownia ursprรผndlich nur im asiatischen Raum vor. Bereits vor 100-150 Jahren wurden in vielen Stรคdten Europas Paulowniabรคume wegen der Blรผtenpracht in Parks gepflanzt. Seit einigen Jahrzehnten versucht man nun in warmen Teilen Sรผd- und Osteuropas diesen schnellwรผchsigen Blรผtenbaum als Wertholz zu etablieren, grob seit den „Nullerjahren“ (2000-2010) auch in Mitteleuropa.
Im Vergleich zu anderen Laubbรคumen braucht der Blauglockenbaum sehr wenig Wasser und vertrรคgt auch Hitze gut. Lediglich in der Anwuchsphase in den ersten 1-2 Jahren etwas mehr, anschlieรend benรถtigt er in der Regel keine zusรคtzliche Bewรคsserung.
Prinzipiell kann man Paulownia ganzjรคhrig schneiden. Vor allem der Erziehungsschnitt in der Jugend, womit man z.B. den Stamm und die Krone erziehen mรถchte, soll regelmรครig und ganzjรคhrig wรคhrend der Vegetationszeit erfolgen. „Fertige“ Paulownia-Bรคume kann man auch im Winter bei nicht zu starkem Frost schneiden.
Die Preise fรผr Paulowniaholz gehen sehr weit auseinder, je nach Qualitรคt. Astfreie, gerade Stรคmme erzielten zuletzt durchschnittlich ca. 80 – 120 โฌ pro mยณ. Fรผr perfektes Furnierholz soll aber in Ausnahmefรคllen bis zu 1.000 โฌ und mehr gezahlt werden. Biomasseholz aus Paulownia richtet sich nach den Trockenmassepreisen von Energieholz. (ca. 70 – 140 โฌ/Tonne)