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Schnittmaßnahmen (Paulownia)

Dieser Punkt ist gerade im Wertholzbereich, der unserer Meinung nach ja primär angestrebt werden sollte, ebenfalls essenziell für eine erfolgreiche Paulownia-Kultur.

Der bodenebene Schnitt nach dem ersten Jahr bei Paulownia-Jungpflanzen wurde im Vorkapitel schon beschrieben. Ab dem zweiten Standjahr bzw. bei der Pflanzung von zweijährigen Blauglockenbäumen beginnen dann die „Erziehungsmaßnahmen“. Diese Bäume kann man nämlich nicht, wie oftmals angenommen, einfach einmal pflanzen und dann warten bis ein fertiger Baum dasteht. Damit man zumindest die Chance auf höherpreisiges Wertholz hat, müssen folgende Schnittmaßnahmen beginnend ab dem zweiten Standjahr unbedingt erfolgen:

Schnitt der abgestorbenen Spitze:

Da dieser Baum ja ursprünglich aus südlichen Gefielen kommt reift die Hauptknospe (Terminalknospe) nicht ab. Bei heimischen Laubbäumen erfolgt das bereits im August. Der Kiribaum wächst hingegen bis in den Herbst hinein, lässt von einem Tag auf den anderen beim ersten Frost alle Blätter fallen und stellt das Wachstum dann abrupt ein. Im Idealfall stirbt nur 20-30 cm der Spitze ab, in strengeren Wintern oder bei extremem Wachstum auch mal ein ganzer Meter. Jedenfalls wird, so groß dieser Teil auch ist, diese Spitze bis zum nächsten grünen Austrieb, wie im Vorkapitel beschrieben, zurückgeschnitten. Wenn man sich besonders um eine gerade Fortsetzung bemühen will, dann kann man den Rückschnitt auch auf Juni verlegen und die neue Spitze sachte an den abgestorbenen Trieb festbinden. So wird das zwangsläufig entstehende „Knie“ noch etwas mehr abgeschwächt.

Aufasten:

Neben dem Schnitt der Spitze fängt der Baum zu dieser Zeit auch langsam damit an Seitentriebe zu bilden. Hier gibt es verschiedene Ansätze damit umzugehen. Wir handhaben es folgendermaßen:

bereits beim Austrieb im Mai/Juni, wenn diese Triebe etwas 5-10 cm lang sind, entspitzen wir diese mit einer Baumschere oder dem Fingernagel, lassen aber etwa 5 cm am Baum bestehen. Diese Blätter, auch Stammbildner genannt, sorgen dafür, dass der Stamm weiterhin gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt ist und der Blauglockenbaum bildet dadurch einen stabileren und auch stärkeren Stamm. Diese Maßnahme muss im Lauf des Jahres dann noch zwei bis dreimal wiederholt werden, damit die Seitentriebe nicht zu stark werden.

Im Jahr darauf kann man dann, bevor diese zurückgeschnittenen Seitentriebe zu stark werden, sie direkt am Stamm entfernen und den Stamm freilegen (=Aufasten).

Die beschriebenen Maßnahmen setzt  man in den Folgejahren so lange fort, bis die Wunschlänge des Stammes erreicht ist. In der Regel sind das 3-6 Meter, manches Mal auch bis zu 8. Danach lässt man die Seitentriebe wachsen und die Krone bildet sich aus. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist die Frostgefahr auch nicht mehr so groß. Die größte Gefahr besteht in den ersten drei bis fünf Jahren. Ab der Phase der Kronenbildung kommt es höchstens nur noch zu kleineren Frostschäden, verglichen etwa mit Walnussbäumen. Hier frieren Triebe in der Krone auch manches Mal 20-30 cm  zurück, treiben aber umgehend dahinter wieder aus und wachsen weiter.

©energiepflanzen.com - Reinhard Sperr (2008 – 2017)